Alles ist relativ

Auch Max Born ist nicht davor geschützt, dass Widersprüche in seine Aussagen hinein gelangen, wo sie nicht zu gebrauchen sind.

Auf Seite 192 (das spezielle Einsteinsche Relativitätsprinzip) schreibt er:

Ein materieller Stab ist physikalisch nicht ein [rein] räumliches Ding, sondern durchaus ein raum-zeitliches Gebilde. […]

Die Kontraktion [des bewegten Stabes] ist nur eine Folge der Betrachtungsweise, keine Veränderung einer physikalischen Realität; also fällt sie nicht unter die Begriffe von Ursache und Wirkung. […] Genau so hat ein Stab in der Einsteinschen Theorie verschiedene Längen, je nach dem Standpunkte des Beobachters.

Die Effekte der Längenkontraktion und Zeitdilatation sind also nicht real, sondern eine Konsequenz der unterschiedlichen Perspektive. Betrachtet man einen Stab vor der eigenen Nase, kann man ihn in beliebiger Zeitdauer mit dem Zollstock abmessen. Hat man einen fliegenden Stab, etwa einen Airbus 380, vor bzw. gegen sich, hilft nur das Drücken der Stoppuhr beim Vorbeifliegen. So erhält man eine Zeitdauer, sagen wir 4 Sekunden. Wie kommt man nun auf die scheinbare Länge der A380, deren Grundlänge 73 Meter beträgt? Mit x/x‘ = t/t‘ bzw. x‘/t‘=x/t haben wir Formeln zur Berechnung der Scheinlänge x‘ zur Verfügung, jedoch fehlt uns noch ein Messwert: Da wir v nicht kennen, benötigen wir die Zeitdauer t des Vorbeiflugs aus dem Airbus selbst, also von drinnen. Nach allen Regeln der Relativität wird auch die in der A380 gestoppte Zeitdauer für den Überflug des Messpunktes ebenfalls 4 Sekunden betragen.

Zwei Seiten zuvor schreibt Max Born:

Vielmehr wird selbstverständlich vorausgesetzt, daß ein Stab, der in zwei Bezugssystemen S und S‘ relativ zu diesen unter genau dieselben physikalischen Bedingungen gebracht […] beidemal dieselbe Länge vorstellt.
Man könnte diese stillschweigend gemachte Voraussetzung der Einsteinschen Theorie das «Prinzip von der physikalischen Identität der Maßeinheiten» nennen.
[…]

Er geht von der Identität der Ruhelängen über verschiedene Bezugssysteme aus.

Damit [wenn man nicht verschiedene Maßstäbe, sondern ein und dieselben im System S und im System S‘ zur Festlegung der Längen und Zeiten benutzt] aber erhebt sich die Einsteinsche Theorie über den Standpunkt einer bloßen Konvention zur Behauptung bestimmter Eigenschaften der wirklichen Körper; dadurch erst gewinnt sie die fundamentale Bedeutung für die ganze Naturauffassung.

Über die Anfangsidentität der Maßstäbe gelangt man zu ‚dynamischen‘ Maßstäben, die je nach Blickwinkel des Betrachters variieren.

Ein Stab von der Länge 1 werde vom Nullpunkt des Systems S aus längs der x-Achse hingelegt; wir fragen nach seiner Länge im System S‘. Daß diese nicht ebenfalls gleich 1 sein wird, ist ohne weiteres klar; denn die mit S‘ mitgewegten Beobachter werden natürlich die Lagen der Endpunkte des Stabes gleichzeitig messen. […] In der Zwischenzeit […] hat aber das System S‘ sich fortbewegt. […] Der Stab erscheint im bewegten System S‘ verkürzt. Das ist genau die von Fitz-Gerald und Lorentz zur Erklärung des Michelsonschen Versuches ersonnene Kontraktion, die hier als natürliche Folge der Einsteinschen Kinematik erscheint.

Max Born schwankt zwischen der Bewunderung für Einstein, dessen Theorie er fundamentale Bedeutung zuweisen möchte, und der ernüchternden Erkenntnis, dass es ausschließlich die Beschreibungsmittel selbst sind, die eine raum-zeitliche Realität aufspannen.

Nachfolgende Aussagen konnten hier gefunden werden:
Bitte kreuzen Sie zutreffendes an:

Die Längenkontraktion zur Erklärung der MM-Versuche ist:

  1. Folge der Betrachtungsweise 
  2. Ersonnen (ausgedacht, ad-hoc, fiktional)
  3. Behauptung bestimmter Eigenschaften der wirklichen Körper

Aus Erfahrung gilt, dass man kann Längen grundsätzlich nicht im Vorbeiflug messen kann. Die Zeitdauer, die dabei bestimmt wird, hängt nämlich von der Bewegung des Messapparats ab. Dessen Bewegung kann bei jedem Versuch variieren, ohne eine Messvorschrift zu verletzen. Je nach Bewegungszustand erhielte man andere Messwerte. Einsteins Ideen besitzen keine Validität.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Relativitätstheorie eine Ansammlung systematisch unvollständiger Ideen, die durch zyklische Abhängigkeiten und fehlende Definitionen so miteinander verwoben  sind, dass kein prüfbares Kriterium für deren Widerlegung formuliert werden kann.

Advertisements