Uber US-Taxen auf deutschen Strassen

Hamburg verbietet den Fahrdienst Uber, ein Gericht hebt das wieder auf.

Berlin verbietet Uber:

  1. Der Schutz des Fahrgastes hat Priorität.
  2. Fahrgäste dürfen sich nicht in die Obhut nicht überprüfter Fahrer begeben.
  3. Fahrgäste dürfen nicht in unkonzessionierten Fahrzeugen  befördert werden.

Zwanzig Prozent des Umsatzes gehen an die Uber-Zentrale, natürlich steuerbefreit über Amsterdam oder eine Kanalinsel. Die Taxifahrer nicht nur in Hannover verdienen heute weniger als Mindestlohn.

Dass Privatleute in Deutschland eine Erlaubnis für gewerbsmäßige Personen- oder Gütertransorte benötigen, wäre Grund genug, um die Personenbeförderung via Uber-App samt ähnlicher Ansätze im gesamten Land zu verbieten. Warum einzelne Städte sich dabei hervortun müssen, bleibt unklar.

In den USA findet man bekanntlich ein Heer an ungebildeten Arbeitskräften ohne Anspruch auf soziale Sicherung. Wenn man von diesen Massen an Arbeitsleistung profitieren könnte, dachten sich die in Geld schwimmenden Köpfe von google und Goldman-Sachs, wäre das genial. Sie nähmen nur ein Fünftel des gesamten Umsatzes, von einer Klientel, das in Arithmetik regelmäßig absentierte, das wäre ihnen schon genug. Sie statten Uber mit Milliarden an Kapital aus. Sie nehmen es mit mit jedem jedem Konkurrenten und jedem Staat auf, denn die Aussichten, nach google ein zweites Quasimonopol mit weltweiter Spannweite zu errichten sind mehr als lukrativ.

Dumm nur, dass Uber gewinnen wird, sogar in Deutschland. Uber wird auch weltweit gewinnen, denn die Ausstattung an Kapital entscheidet auf diesem Planeten über den Erfolg: Siehe google, facebook, ebay, amazon.

Den besonderen Schutz der Arbeitskräfte zu zitieren, wird weder in Deutschland noch in anderen EU-Ländern ausreichen, um eine Handy-App als sittenwidrig zu verbieten. In einem Land, wo viele  Menschen mehrere Jobs bedienen, um ein mordernes Leben bestreiten zu können, bedarf es keiner zusätzlichen Bestätigung dafür, dass arme Menschen alles unternehmen würden, um an Geld heranzukommen. Selbst auf ihre Rechte als Arbeitnehmer würden sie verzichten, selbständig zum Schein andere fahren, nur um Geld zu verdienen.

In Analogie zur Causa PayPal, wo man laut Anbieterversprechen vor dem Risiko des Geldverlusts geschützt wird (sofern nicht mehr als 5 Betrugsfälle im Monat auftreten), muss ein Fahrdienstappanbieter auch eine besondere Versicherung für die Kunden bieten, um gegen die klassische Konkurrenz bestehen zu können. Der neue Fisch muss im Zeitalter des global enthemmten Wettbewerbs größer und mächtiger sein als der alte Fisch, er würde sonst nicht weit kommen – im globalen Karpfenteich. Das, was sich heute als Startup bezeichnet, hat nur mit Hilfe massiver Kapitalausstattung eine realistische Chance auf wirtschaftlichen Erfolg. Auch unter systematischer Nutzung der neuesten Informations- und Kommunikationstechnik kann ein innovativer Anbieter nur dann etwas erreichen, wenn er noch größere Geschütze besitzt, noch stärker, noch mächtiger auftritt als jeder etablierte Konkurrent.

Mitfahrapps, wie z.B. flinc, die schon lange existieren, sind ökonomisch und ökologisch besehen die besten Alternativen zum meist allein genutzten Auto, sie bieten jedoch keine Aussicht auf Rendite und bleiben lokale Ladenhüter.

N.B.

Suche doch einmal im Internet / News nach Uber. Was stellst Du fest?

Es gibt unzählige Zeitungsartikel zum Stichwort. Diese besitzen ganz überwiegend den gleichen Inhalt, zum Teil kann man nicht einmal einen Unterschied im Text entdecken. Ob Handelsblatt, Spiegel oder n-tv, sie schreiben alle voneinander ab und lizensieren ihre Texte wechselseitig. Was man also nur noch braucht, um dieses Dickicht zu beseitigen, ist eine Website vom Typus „Condense Me!“, das die algorithmische Plagiaterkennug auf das gesamte Netz ausdehnt. Das wäre in Kombination mit einer Suchmaschine vermutlich ein Knüller. Eventuell wäre das Resultat ernüchternd, denn alle Webseiten dieser Welt könnten -fraktal rekombiniert- auf einen USB-Stick passen!

 

Das Versagen der ökonomischen Theorie:

In der Wirtschaftstheorie findet man Analysen, die sich mit dem Anbieterverhalten und dem Marktergebnis befassen, wenn man einen, zwei bis wenige oder viele Anbieter für ein Produkt vorfindet. Dabei werden die Annahmen stark vereinfachend gesetzt, um  überhaupt etwas ableiten zu können. Die natürliche Schichtung des Marktes, in wenige große, mehrere mittlere und viele kleine Anbieter wurde deshalb nie untersucht. Aber dieses Modell der Anbietervielfalt bietet die größte Sicherheit für das Entstehen und das Fortbestehen des Produktangebots.

Die Menschen drängen sich gegenseitig zur Steigerung ihrer Produktivität und entfernen dabei alles aus ihrem Leben, was sie daran hindert. Ihr Leben gleicht dem einer Grünpflanze inmitten einer riesigen Monokultur – ohne Vielfalt, ohne Lebendigkeit, ohne Individualität.

 

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