Lieber hier anders als woanders leben

Jede Ausgrenzung ist riskant für die Gesellschaft: Ob es die Juden sind, die ihr anders Sein pflegen oder die Muslime, die hier lieber anders als woanders leben wollen: Es geht eine gewisse Zeit gut, aber nicht auf Dauer.

Eine demonstrative Fremdheit löst immer Befremden aus.
Multi-Kulti ist keine Gesellschaft mit belastbarem Zusammenhalt, sondern ein multipolarer Jahrmarkt, auf dem jeder das herauspickt, was er gerade braucht.

Jede Gesellschaft muss die Chance haben, langfristig zusammen zu wachsen (vgl. USA mit BRA bzgl. Rassismus), um eine starke Einheit zu werden, die Ziele erreichen kann und die jedem Einzelnen Freude macht.

Das dazu gehören Wollen muss unser Antrieb sein, für alle gleichermaßen. Das Mitmachen zu erzwingen, ist falsch. Wenn andere den Wert unserer Gesellschaft nicht erkennen und nichts beitragen wollen, wie können wir sie dazu zwingen?

Die zwanghaft erscheinende Selbstausgrenzung kann nur zur gesellschaftlichen Abweisung führen und muss -falls die Menschen ihre Gesellschaft als schützenswert erachten- eine staatlichen Ausweisung nach sich ziehen.

Wir haben durch die Wiedervereinigung die Stetigkeit in der gesellschaftlichen Entwicklung verloren. Der Staat übernahm und fusionierte uns. Auf seine Anordnung hin wurden die Lasten aus der Insolvenz der Ostzone im Westen geschultert und alle Menschen des Ostens willkommen geheißen.

Daraus wurde ein Modell. Um die Jahrtausendwende wurde beschlossen, die EU gänzlich gen Osten auszurichten und alle dort lebenden Menschen willkommen zu heißen. Die Gesellschaft verwandelte sich endgültig in einen Schmelztiegel, wo die Menschen ihren Alltag bestreiten und sonst nichts miteinander zu tun haben wollen.

Unsere Gesellschaft ist jetzt reduziert, auf das Minimale im Miteinander, auf den beläufigen Gruß im Vorbeigehen. Sichtbar wird die Zerlegung, wenn man in die Schulen blickt: Die Lehrer sind überfordert, die Lernziele verstellt, von Sprachbarrieren und kulturellem Unverständnis. Dass den meisten Eltern andere Dinge wichtiger sind als Schulbildung und Kindererziehung, das kann man nicht übersehen.

Kommen wir also zurück, zum dazu gehören Wollen und zum Mitmachen. Wer kommt zum Leseabend? Wer meldet sich für den Service beim Adventsbasar?  Wäre es vermessen, anzunehmen, dass unsere Mitmenschen, die aus fremden Kulturen kommen, unsere Weihnachtstradition teilen?

Frohe Weihnachten 2014!

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6 Gedanken zu “Lieber hier anders als woanders leben

  1. Ein grotesker Mangel an Logik: Das Problem mit dem Kopftuch
    1. Falsch ist, wenn der Staat sich in die Kleidungsfreiheit der Menschen einmischt.
    2. Falsch ist aber auch, dass Lehrer (o.ä.) ihre p r i v a t e Überzeugung (Gesinnung, Tradition, Religion, etc.) im Unterricht (an Schutzbefohlene) zur Schau stellen.

    Wo liegt der Fehler?
    Bei REWE oder Lufthansa legt man Wert auf ein einheitliches Erscheinungsbild des Personals. Daher ist es undenkbar, dass Mitarbeiter während der Arbeit private Überzeugungen vermittels ihres äußeren Erscheinungsbildes weitergeben. Grundsätzlich wird jedem Unternehmen in Deutschland das Recht gewährt, eine Kleiderordnung für seine Mitarbeiter umzusetzen.

    Wenn unsere Schulen nun von einem Unternehmen betrieben würden, wäre das Kopftuch kein Thema: Politische, religiöse oder sonstige persönliche Statements sind im Bildungsbetrieb tabu. Nur Religionsvertreter (nicht etwa auch die Fachlehrer) dürften dann ihre religions-traditionelle Bekleidung im Unterricht tragen.

    1. Die Bildungsangebote zur Erfüllung der Schulpflicht in DE obliegen den Bundesländern.
    2. Jede oberste Schulbehörde (der Länder) muss gegenüber seinen Mitarbeitern mindestens die gleiche Rechtsausstattung besitzen wie nichtstaatliche Unternehmen.
    3. Also verstößt das Urteil gegen den Gleichheitsgrundsatz.

    1 BvR 471/10, 1 BvR 1181/10

    Das Urteil ist auch schon aus einem anderen Grund nicht haltbar:
    „die Freiheit, aus religiösen Gründen als verpflichtend verstandenen Bedeckungsgebot zu genügen“ ist eine contradictio in adiecto.

  2. Der Mangel an Logik

    scheint nicht nur die Juristen befallen zu haben,
    (siehe https://bornmax.wordpress…)
    sondern auch schon die Ausbildungsstätten der Juristen
    (Siehe „Die Verachtung der Logik in der Rechtswissenschaft“).

    Es nimmt fatale Züge an, wenn das Land über Wochen am Thema vorbeidiskutiert, weil eine Bekleidungsordnung, die Sache der Landesschulbehörden ist, von einem Gericht in Abrede gestellt wird, das
    1. nicht dafür zuständig ist und
    2. auch noch einen Widerspruch in sich einbaut, um das Urteil zu begründen.(http://de.wikipedia.org/w…)

    Freiheit besteht aus mindestens zwei Wahlmöglichkeiten. Wenn jemand sagt, dass
    >>es Freiheit sei, einem verpflichtenden Bedeckungsgebot zu folgen<<,
    versteht er die Bedeutung des Wortes "Freiheit" nicht.

    Frei sein heißt, wählen zu können. Wer nicht wählen kann, weil ihm sein Glaube das verbietet, ist nicht frei. Diesem Menschen dann die Freiheit geben oder weisen zu wollen, ist ein absurdes Ansinnen.

    Außerdem ist zu bezweifeln, dass eine Lehrkraft verstanden hat, was Freiheit ist, wenn sie das Kopftuch als Pflicht versteht.
    Wer das Problem mit der Unfreiheit nicht versteht, kann die Problemlage der Muslime im Westen nicht begreifen. "Islam ist absolute Gehorsamspflicht gegenüber Allah und seinem Gesandten"
    Wer so etwas oder andere Wertvorstellungen höher ansetzt als seinen Bildungsauftrag, ist an deutschen Schulen falsch. Jede Gehorsamspflicht ist ein back door der Unfreiheit.

  3. Der Kampf um die bürgerliche Freiheit

    Der Kampf um die bürgerliche Freiheit liegt in Europa nicht lange zurück. Er begann mit der Aufklärung und erreichte seinen Durchbruch zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Im Bewusstsein der Aufklärung stellt die bürgerliche Freiheit die wichtigste Erhaltungsgröße dar.
    Ohne das aufstrebende Bildungsbürgertum wäre im 18. Jahrhundert die Entstehung der modernen Grundrechte nicht möglich gewesen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts konnte das neu entstehende Bürgertum das Feudal- und Ständesystem durchbrechen. Das Streben nach sozialem Aufstieg und selbstgesteuerter Leistungsorientierung stieß damals auf hoheitliche Reglementierung und die ständischen Traditionen. Das Streben nach Freiheit und Autonomie war jedoch ein langer, steiniger Weg.
    Durch die Pflege der kulturellen Errungenschaften des Bildungsbürgertums, in Lesegesellschaften, Theatern, Konzerten und Kunstausstellungen konnte sich eine vom Staat unabhängige Öffentlichkeit etablieren. Der bürgerliche Freiheitsanspruch war von Anfang an mit dem absoluten Herrschaftsanspruch eines Landesfürsten (oder eines Gottes) unvereinbar.

    Bereits mit dem Ende der Bürgerkriege im 17. Jahrhundert war die religiöse Legitimation staatlicher Herrschaft in Europa beendet.

  4. Die Naturrechtslehre ersetzte die von relig. Legitimation

    Die Naturrechtslehre rückte an die Stelle religiöser Legitimation. Die Untertanen verzichten demnach per Gesellschaftsvertrag auf Freiheit und Gleichheit, nur um Schutz für Leib und Leben zu erhalten. Die Lehre wurde unter dem Eindruck politischer Stabilität und wirtschaftlicher Prosperität weiterentwickelt, hin zu einem System, dass die Menschen nur auf so viel an Freiheit verzichten mussten wie der Staat zwingend zur Erfüllung seiner Aufgaben benötigte. (Klippel: ISBN 3506733230, 9783506733238)
    Die von I. Kant entwickelte Unabhängigkeit der vernunftbegabten Individualität („Selbstzweckhaftigkeit“) von staatlichen Tätigkeiten hielt in ganz Europa Einzug in den Staatslehren.
    „Denn vernünftige Wesen stehen alle unter dem Gesetz, dass jedes derselben sich selbst und alle andere niemals bloß als Mittel, sondern jederzeit zugleich als Zweck an sich selbst behandeln solle. Hierdurch aber entspringt eine systematische Verbindung vernünftiger Wesen durch gemeinschaftliche objektive Gesetze.“
    Die „Rechte der Menschheit“ sind seither unveräußerliche und unverzichtbare Voraussetzungen für staatliches Handeln.

    Wenn die Menschen heute über das Tragen vermeintlich religiöser Symbole im Schuldienst debattieren, ist das ein Affront gegen unsere hochgebildeten Vorfahren, die die Freiheitsrechte erkämpft haben.
    Die von I. Kant unterstellte Vernunft lässt nicht zu, dass ein Wesen aus freiem Willen die Abhängigkeit und die Unterwerfung (unter was auch immer) wählt.

  5. Logische Implosion der Staatsrechtslehre

    Die religiöse Legitimation staatlichen Handelns wurde in Deutschland endgültig nach dem Ende des 30jährigen Krieges verworfen. Wenn der Staat in Deutschland seit dem 17. Jahrhundert keine religiöse Begründung mehr nutzen kann, wird das in selbstverständlicher Weise auch für die in seinem Auftrag tätigen Organe und Personen gelten.

    Kein Angestellter oder Beamter des Staates darf seine Handlungen in staatlichem Auftrag auf einen religiösen oder göttlichen Willen stützen. Es wäre absurd, insbesondere für I. Kant, wenn ein deutscher Lehrer (m/w) seine Tätigkeit als Lehrbeauftragter nur dadurch auszuüben glaubte, dass er seine religiös begründete, rituelle Bekleidung (wie zwanghaft) trägt.

    Gerade der Versuch, die Notwendigkeit einer speziellen (rituellen) Bekleidung durch „ein nicht anders können“ zu begründen zeigt auf, dass eine radikale Fehleinschätzung der klagenden Lehrerinnen bezüglich ihrer Lehrtätigkeit vorliegt: Die Tätigkeit als Lehrbeauftragte des Staates schließt jedwede religiöse Legitimation aus.

    Wenn jemand als staatlicher Lehrbeauftragter durch seine Kleidung demonstrativ seine Gehorsamspflicht gegenüber einem Glaubenssystem unter Beweis stellt, ist er falsch in einem Bildungssystem, das der Aufklärung, der Vernunft, der Wissenschaft und dem ständigen Streben nach Objektivität und Wahrheit verpflichtet ist.

  6. Selbstverständlich Blödsinn!

    „Selbstverständlich würde ein Verbot der Gesichtsverschleierung die freie Religionsausübung in Frage stellen“

    Nicht nur hier, sondern in all diesen Streitfällen ist zu fragen:
    1. Wie wird diese Art der Kleidung gedeutet?
    2. Wer legt diese Deutung fest?

    Vorab: Eine selbstbestimmte Verschleierung ist nach der Auffassung freiheitsliebender Menschen unmöglich. Die Selbstbestimmung kann nicht über der Freiheit stehen, anderenfalls könnte das selbstbestimmte Ausleben (aller denkmöglichen Handlungen) die Beschränkung der eigenen oder der Freiheit Dritter nach sich ziehen. Die gelebte Freiheit darf grundsätzlich nicht zur Beschränkung der Freiheit führen.

    Können wir uns auf die Gemeinsamkeit
    (G1) „Liebe zur Freiheit“ verständigen?

    Ich nehme das einfach mal an und nun bitte ich um Anerkennung für das folgende Prinzip:
    (A4) Religion und Staat sind zu trennen.

    A4 kann man aus G1 herleiten, weil ein Zwang zum Glauben eine Beschränkung der persönlichen Freiheit zur Folge hätte.
    Aus (A4) folgt:
    (A4.2) Religion ist Privatsache.
    Sie stimmen zu?
    Brauchen Sie nicht, denn A4.2 steht schon in A4 (und schon in G1).

    Klar ist jetzt:
    Meine Religion und deren Ausübung dürfen andere Religionen oder deren Praxis weder beeinflussen noch beschränken.
    Daraus folgt:
    Die Aussage „Burka-Verbot ist Religions-Verbot“ ist falsch, also nicht wahr.

    Wenn gilt
    Burka=Symbol des Glaubens
    dann muss Burka in das Private,
    und zwar schon dann,
    wenn nur einer sich dadurch gestört fühlt.

    Die (oben angewandte monotone) Logik beruht natürlich auch auf Normierung. Die Versuche der Wissenschaftstheorie, die Schlussregeln abschließend zu begründen, sind bis heute ergebnislos verlaufen, jedoch ist darin kein Grund zu erkennen, die Regeln in Frage zu stellen, da sie uns generell einleuchtend erscheinen.

    Ich will dasjenige, was Sie als „Bocksprung“ kennzeichnen, schrittweise erläutern. Dabei wende ich eine triviale Schlussregel an: Das, was ich behaupte, das steht schon da, ist also enthalten in der anfänglichen Festlegung, welche zustimmungspflichtig ist. Die sogenannte Folgerung ist also keine Weiterentwicklung, sondern lediglich eine Auswahl oder eine Umformulierung von Aussagen aus der logischen Basis.

    Indem jemand die Burka als religiöses Symbol einführt, zieht er sich selbst den Teppich weg: Niemand darf seine religiöse Überzeugung in einer solchen, die Aufmerksamkeit fordernden Weise, öffentlich mahen. Eine, in Bezug auf das Aufmerksamkeitspotenzial, ähnliche Symbolik wäre gegeben, wenn die Menschen tagtäglich mit Kreuzen auf dem Rücken und blutigen Händen und Füßen durch die Gassen laufen würden.
    Vergleichen Sie das Verbot mit dem Schutz vor Lärm: Man kann allen erlauben, voll aufzudrehen, dann würden alle taub, oder man vereinbart ein akzeptables Maß, das nicht überschritten wird.
    Wenn die Ganzkörperverhüllung jedoch andere Gründe hätte, z.B. Schutz vor UV, wäre die Botschaft der Burkas nicht mehr eindeutig und ein Verbot nicht mehr zu begründen.

    Denken wir uns eine Religion, welche „Scream“ verherrlicht. Anhänger dieser Religion seien verpflichtet, schwarze Gewänder und Scream-Masken zu tragen. Die Religion schränkt die private Lebensführung ein und schreibt vor, wie sie in der Öffentlichkeit auftreten, nämlich einheitlich und stets erkennbar als Anhänger der „Scream Religion“.

    Nur deshalb, weil die Kleidung anstößig ist und die Kinder und mich erschreckt, kann man das öff. Tragen nicht verbieten.
    Wird die Kleidung hingegen als Ausdruck der Religion aufgefasst (weil sie deren Programmbestandteil ist), kann sie verboten werden: Passanten brauchen es nicht zu erdulden, mit der religiösen Propaganda der „Scream Religion“ konfrontiert zu werden. Die Konfrontation entsteht, weil sich die Beachtung der Personen instinktiv nicht vermeiden lässt und die Symbolik religiös eindeutig ausfällt.

    ((Programm => Propaganda) => Konfrontation) => Verbot

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