Vollkommen nutzlose Theorie

Forschungsmüll: The big modern waste

Bekanntlich braucht in der modernen Welt niemand mehr einen Führerschein. Weder ein gesunder Menschenverstand noch eine erfolgreiche Ausbildung wird gefordert, um Gehör zu finden oder beachtet zu werden. Die Beachtung Anderer zu erhalten ist heute gleichwertig mit dem Erzielen geldwerter Vorteile, Clicks genannt.

Der Anfang dieser Entwicklung wurde vom Positivismus vorgezeichnet. Theorien wurden allgemein als diskussionswürdig und wahrheitsfähig eingestuft, niemand brauchte das zusätzlich zu belegen. Die Verteilung der Aufgaben wurde dadurch neu geregelt: Die Produktion von wissenschaftlichen Aufsätzen, voll von großen und kleinen Erkenntnissen, war frei von verkrampften Zitierpflichten und nicht zu begründenden Lehrsätzen. Die Rezeption der Erkenntnisse, die Verifizierung der Theorien und deren Beurteilung wurde außerhalb der Wissenschaft angesiedelt. Die Beschäftigung mit den Arbeiten anderer war noch nie von wissenschaftlichem Interesse. Mit der Publikation galt das Wissen als erschaffen und ihr Autor als erfolgreich. Auf diese Weise wird bis heute sehr viel Gedenkengut mit wissenschaftlichem Anspruch publiziert, jedoch nehezu ohne wissenschaftliche Kontrolle:

Mehr als 70 Prozent der bereits veröffentlichten Forschung kann derzeit nicht reproduziert werden.

Verschiedene Ansätze und  Initiativen zur Vermeidung von Forschungsmüll wurden entwickelt. Leider sind diese nicht geeignet, die im System verankerten Mängel zu beseitigen:

  • Die Anreize zur voreiligen Veröffentlichung sind immens, da in der Regel nur die Erstveröffentlichung beachtet wird.
  • Der Zwang zur Veröffentlichung ist bei budgetorientierten Rahmenbedingungen Pflicht.
  • Wissenschaftlich bedeutsame Veröffentlichungen bieten noch immer das größte Ansehen und geben den stärksten Anreiz für die Forschung.
  • Der akademische Titel hängt von der Veröffentlichung ab.

Es gibt keinen Anreiz, die Beiträge von Kollegen zu überprüfen, schon gar nicht diejenigen von Bekannten oder Freunden.  So werden Jahr für Jahr Unsummen ausgegeben, vor allem im Namen der öffentlichen Hand, um den Müllberg der Wissenschaften zu vergrößern. Von Müll kann man schon dann sprechen,

  • wenn die Forschungsleistung keine wissenschaftliche bzw. theorieorientierte Beachtung findet oder
  • keine Anwendung erfährt, weil sie keine praktische Umsetzung hat.

Bei Anwendung dieser beiden Kriterein kann jede wissenschaftliche Arbeit ignoriert werden, wenn sie ohne Effekt bleibt. Da man neuartigen Thesen und innovativen Ideen nicht unmittelbar ansehen kann, was in ihnen steckt und, könnte das Marketing wissenschaftlicher Aufsätze helfen, den Endzustand Forschungsmüll zu vermeiden.

Am Anfang kam Einstein

LTformulaKeine andere Theorie hat bis zum Beginn des letzten Jahrhunderts eine so große Beachtung gefunden wie die Spezielle Relativitätstheorie von Albert Einstein. Als epochal und bahnbrechend, die Auffassung von Raum und Zeit grundlegend verändernd, modern und richtungsweisend für die gesamte Wissenschaft, so wurde sie beschrieben, bis heute und unter anderem – von Max Born. Nehmen wir die beiden einfachen Kriterien zur Beurteilung von Forschungsmüll und fragen:

  • Welche  theoretische Beachtung fand die SRT? Welche Theorien bauen darauf auf und entwickeln sie fort?
  • Welche Anwendung hat die SRT? Gibt es die SRT evtl. als Produkt zu kaufen?

Man sollte sich von den zahlreichen Versuchen verzweifelter Verfechter dieser Theorie nicht täuschen lassen: Weder Mausefallen noch Paul-Fallen haben etwas mit Einsteins Theorien zu tun. Nach über 110 Jahren kann man keine einzige Anwendung der SRT vorweisen. Dieses Resultat muss man in Relation zu der großen Zahl bahnbrechender Erfindungen des letzten Jahrhunderts bringen, die heute in der IT, in der Raumfahrt oder im Alltag genutzt werden. Währenddessen wurde keine einzige Gravitationswelle gesichtet, die zur Bestätigung für die allg. Theorie mit immensen Aufwendungen gesucht wurde. Unter Spitzenforschern wird nach wie vor darüber gestritten wird, ob Zeitreisen möglich sind oder nicht. Die Spezielle Relativitätstheorie markiert als Ausgangspunkt den Beginn der spekulativen Wissenschaft, die ohne Anspruch auf realitatsnahe Überprüfung Theorien hochstapelt, ohne dabei eine einzige, die tiefer liegt, positiv bestätigt zu haben. Die Fortentwiclung dieses Ansatzes findet wir bei Stephen Hawking, der schreibt:

Im Vakuum kann Energie aus dem Nichts auftauchen und nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Das nennt man Quanten- Fluktuation.

Dieser Satz kann prinzipenbedingt nicht wahr sein: Die These von der Energie aus dem Nichts widerspricht dem Prinzip der Energieerhaltung. Jemand, der solche Sätze formuliert, sollte das wissen und entweder anders oder gar nicht formulieren.

Die moderne Logik

Die SRT markiert der Startpunkt einer Fehlentwicklung in der modernen Wissenschaft. Am Beispiel des Subjunktors lässt sich das veranschaulichen: AB ist aus formalen Gründen schon dann wahr, wenn ausschließlich B wahr ist. Eine relevante wissenschaftliche Prognose kann aus diesem Grund nicht nach dem Schema der Subjunktion aufgebaut sein: Man kann Theorien, die einen Anspruch auf Kausalität erheben, nicht mit dem Schema des Subjunktors überprüfen. Das zeigt sich am Beispiel der Periheldrehung des Merkur, welche mit klassischer Berechnung falsch prognostiziert wurde. Paul Gerber formulierte das 1898 so:

Freilich wird niemand in Abrede stellen, dass die Perihelbewegung des Merkur von 41″ in einem Jahrhundert auch durch andere, noch unbekannte Umstände bedingt sein könnte, so dass es eine endliche Geschwindigkeit des Gravitationspotentials nicht zu geben brauchte.

Vertreter des in Wikipedia verbreiteten Einstein-Fundamentalismus sehen das ganz anders:

Die Relativitätstheorie konnte diesen Wert erklären, was ein erster Erfolg der Theorie war.

Aus wissenschaftlicher Sicht darf es grundsätzlich keine Rolle spielen, ob man eine Theorie A oder eine Theorie B bevorzugt, wenn beide Theorien richtige Prognosen setzen. Aus ökonomischen Gründen wäre es zweckmäßig, solche Theorien zu nutzen, die möglichst wenig Annahmen benötigen.

Warum werden Einsteins Theorien so hartnäckig verfochten?

Das hat viele Gründe. Ein wichtiger Grund ist der sog. IKEA-Effekt, der dafür sorgt, dass große Mühen, die u.a. das Verstehen einer komplexen Theorie bereitet, vom menschlichen Gehirn eine Belohnung erwarten lassen. Unser Gehirn erzeugt die Botenstoffe selbst als Reaktion auf die Lösung eines Rätsels oder einer Aufgabe. Die von Einstein vorgelegte Theorie ist ein multizyklisches, schwer zu verstehendes Gewirr mit fremdartigen Worten ohne Defintion, wie z.B. „Zeitdilatation“ und alltäglichen Begriffen mit neuer Bedeutung wie z.B. A-„Zeit“ und Zeitdauer, die ohne Belohnungsversprechen nicht strukturiert werden können. Das Verwirrspiel trennt nicht den Anschein (epistemologisch) von der Realität der Dinge (ontologisch), so dass die Unterscheidung zwischen dem Abbild (des Lichtstrahls im Auge des Beobachters) und dem Urbild (dem Lichtblitz) fortlaufend misslingt. Schließlich endet das Spiel in der Aufhebung der Zeit selbst, die mit ihrer eigenen Relativierung ihre Reflexivität einbüßt.

Einstein überzieht den interessierten Leser mit einer Mischung aus Koordinaten, Zeit und Maßstäben mit erfahrbarer Qualität. Dabei müsste schon der erste Definitionsversuch „Sei die Zeit die Zeigerstellung meiner Uhr“ als Versuch aufgefallen sein, die Abstrakta einer Theorie so an die Erfahrung zu binden, dass sie uns durch ihr triviales Auftreten überraschen. Diese Verbindung schafft eine Absurdidät, die in der wissenschaftlichen Physik ohne Beispiel ist. Nicht jedoch in der Psychologie. Albert Einstein erzeugt durch die Verwendung der Alltagsbegriffe eine zusammengesetzte Suggestion. Die Festsetzung der Zeit als Zeigerstellung erzeugt so ein kreatives Moment, dass man unwillkürlich nach der passenden Erklärung sucht, und nach der Implikation daraus. Diese Lorentz TransformationSuchprozesse laufen unbewusst und massiv assoziativ ab. In der Hypnotherapie wird ein kreatives Moment durch eine beiläufige Feststellung ausgelöst, die den Patienten subtil schockiert, dabei unbestimmt bleibt, ihn verwirrt, und ihm ein hohes Niveau an geistiger Aktivität abfordert, um nach der passenden Implikation zu suchen. Anders formuliert: Es wird ein Rätsel gegeben, aber nicht formuliert. Es wird aufgelöst, noch bevor der Patient es bemerkt. Der Patient verfällt daraufhin seinen körpereigenen Botenstoffen und der Therapeut kann arbeiten.

Albert Einstein löst seine Rätsel nicht, er schiebt sie immer weiter hinaus. Aus dem Rätsel mit der Zeit, die in der Uhr existiert wird ein zweites, als die Uhr am Ort B, in unbestimmter Entfernung, mit unbestimmter Bewegung, benutzt wird, ohne zuvor geeicht worden zu sein. Aus der Differenz der Zeigerstellungen, nicht etwa der Differenz zweier Zahlen, an verschiedenen Orten wird ein Zeitmaß abgeleitet, das fortan dazu dient, die Zeit an fernen Orten zu kennen. Dabei tritt die nächste Verwirrung auf: Wenn die Zeit per Funksignal ankommt und dabei selbst Zeit braucht, wie kann sie dann die Zeit in der Uhr sein, im Sinne von, sie verkörpern, wie das eingangs definiert bzw. zu definieren versucht wurde. Dass sich schließlich der Raum um das herum krümmt, was sich darin befindet, und die Zeit sich darin mit zunehmender Geschwindigkeit selbst verliert, überrascht uns nicht mehr. Aber genau das sollte Anlass geben, darüber nachzudenken.

Zirkelbezug zwischen Zeitdilatation und Längenkontraktion

Excel-Tabelle zum Nachrechnen des Zirkelbezugs zwischen Zeitdilatation und Längenkontraktion

Wegen des verwirrenden Charakters seiner Theorie erscheint die Beschäftigung damit umso lohnenswerter. Der große Anreiz ging von der Idee aus, dass man in einen Kreis intellektuell herausragender Personen aufsteigen könne, in den Club derjenigen, die Einstein verstanden haben. Eine neue, moderne Defintion von Elite war gegeben worden, die der self made Nerds. Wissenschaft definiert sich nicht durch Glaubenssätze, sondern durch Wahrheit. Wahrheiten werden erkannt als Invariante und formuliert als Naturgesetz. Prinzipien hingegen sind keine Wahrheiten. Sie sind grundlegende, sehr plausible Annahmen. Das Relativitätsprinzip des Galileo befreit von der lästigen Suche nach dem Unveränderlichen in der absoluten Tiefe des Raums, die uns Aristoteles in Auftrag gab. Prinzipien sind belastbar wie Wahrheiten, im Formalen werden sie Axiome genannt. Prinzipien und Axiome gelten unbewiesen. Sie sind keine Glaubenssätze, sie werden aus Mangel an Alternativen, hilfsweise, an den Anfang gestellt, um Sätze daraus ableiten zu können.

Könnte etwas stimmen, daran?

Wenn wir einen Hund auf dem Gehsteig gegenüber beobachten, wie er von seinem eigenen Schwanz so hin und her geschubst wird, dass er mit seinem ganzen Rumpf zu wackeln beginnt, würden wir nicht sagen „Sein Schwanz wedelt“? Max Born wurde nicht müde, der speziellen Relativität jeglichen Anspruch auf Kausalität abzusprechen. So versuchte er, die Theorie Einsteins als alternative, aber insgesamt zweckmäßige Darstellung der Wirklichkeit kosmischer Verhältnisse zu beschreiben, als eine epistemologische. Zu Ende gedacht, konnte sie das aber nie gewesen sein. Noch vor der Entdeckung der Zentralperspektive war den Menschen klar, dass sie zwischen ihren Bildern auf ihrer Staffelei, ihren Bildern in ihrem Auge und der Realität zu unterscheiden haben. Ein Griff in das Auge bringt keinen Fisch, auch wenn da einer zu sehen war. Ein Griff in Einsteins Uhr jedoch, der bringt die Zeit hervor. Weil Einstein so viele Rätsel hinterlassen hat, kann man nicht mit letzter Gewissheit behaupten, dass seine Theorie nutzlos oder einfach nur verworren sei. Auch gelingt es nicht, zentrale Bausteine seiner Theorie als fehlerhaft oder widersprüchlich zu identifizieren. Seine Vorträge lesen sich wie klar verständliche Texte. In seinen Aussagen spiegelt sich Überzeugung.

Wert der Theorie

Einsteins Ideen lesen sich wie eine Reproduktion des Doppler-Effekts: In Richtung +v werden die Maßstäbe (Abstände) verkürzt und die Uhrendauern (gemessene Frequenzen) verkürzt, in der Gegenrichtung erfolgt das gleiche, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: die Abstände werden vergrößert und die Uhrendauern verlängert. Einsteins Schlussfolgerungen, dass Raum und Zeit ein Verhältnis der Unzertrennlichkeit eingingen, sind Ausdruck mystischer Weltanschauung. Sie sind eventuell ein Fluchtreflex auf die gefühlte Unfähigkeit, Zeitabstände und Distanzen ohne verbindliche Ruheposition und ohne verbindliche Zeitmaße angeben zu müssen.

Die Flucht in die Raumzeit mündet in die Vorstellung, dass alle Bewegungen durch Verschieben von Anteilen zwischen dem System größtmöglicher Bewegung (ohne Dauer) in ein System größter Dauer (ohne Bewegung) dargestellt werden.

Diese Bilder sind ein Plagiat transzendenter Mystik. Wird doch auf diese Weise die Ewigkeit formal beschrieben und damit zugänglich gemacht für die moderne Welt wissenschaftlicher Anschauung, real und ontologisch, in der jeder Mensch nach dem Ende seiner menschlichen Existenz, beschrieben entlang seines Lebenspfades durch eine Bewegung von Dauer, ruhen wird, ohne Dauer. Das Bild, das Einstein von einer Existenz ohne Bedarf für Dauer entwirft, ist derart verführerisch für das menschliche Denken, dass seine Ideen trotz massiver Kritik und zahlreicher formaler Defizite persistieren, und zwar im Kernbereich der modernen wissenschaftlichen Weltauffassung.

Die Blockade ist Methode

Durch Einsteins Ideen wird der wissenschaftliche Fortschritt bei der Theorienbildung blockiert. Die Blockade erfolgt in doppelter Hinsicht: Die aus Einsteins Vorgehen durch Imitation zu erlernende Methode der kreativen Naivität, welche mit Axiomen die Natur festsetzt, gibt vielen jungen Wissenschaftlern eine fruchtlose Richtung vor: Der Grund für Einsteins Akzeptanz liegt in seinem Angebot von Transzendenz. Wissenschaftler, die sein Denken zu verstehen versuchen, werden die Wissenschaftlichkeit vergeblich suchen und scheitern. Die SRT und die ART sind nicht mit der physikalischen Weltauffassung über unbelebte Materie zu vereinbaren, welche mit Newtons „Actio=Reatio“ elementar und nahezu hinreichend beschrieben wird, denn Newtons Prinzip trennt Ursache von Wirkung und erhebt nicht das Staunen über die Logik und das Verstehen. LTFactor