Offtime – How to waste my life?

Liebe Gründer,

lasst mich ganz kurz etwas zum Thema beitragen. Ich weiß, Ihr habt alle sehr wenig Zeit. Zu wenig Zeit zum Lesen. Zu wenig Zeit zum Lernen und zu wenig Zeit zum Nachdenken. Daher fasse ich mich kurz: Lasst es sein!

Sucht euch eine sinnerfüllende Tätigkeit, z.B. als Mechatroniker, Landschaftsgärtner oder Zugführer. Versucht einfach zu bedenken, dass all das, was Ihr heute denkt, ein realitätsfernes Luftschloss sein kann, oder auch nur Ausdruck Eurer antrainierten Realitätsvergessenheit ist. Hilflos seid Ihr der Wirklichkeit überlassen. Das Eltern-, Bildungs- und Sozialsystem produziert heute überwiegend hilflose Menschen. Vielleicht seid Ihr alle Indigo-Kinder. Vielleicht haben Eure Eltern schon Euer Laufen oder Euer Sprechen Lernen laut beklatscht.

Die jungen Jahre des menschlichen Lebens sind von der Natur auf Wachstum ausgelegt. Wenn Ihr alle erst mit 30 begreifen werdet, was zu tun ist, und was besser nicht, ist das eine gewaltige Verschwendung. Dann haben Eure Eltern versagt, und Eure Lehrer. Sie haben Euch nicht überzeugend vorgemacht, worauf es ankommt.

Das Leben Eurer Eltern und deren Erfahrung ist nicht Bestandteil Eurer Entwicklung geworden. So könnt Ihr nicht vom Ausgang ihrer Versuche und Fehlversuche profitieren. Eure Kinder, sofern Ihr das weiter denken könnt, werden dann wiederum nicht von Eurer Erfahrung profitieren können. Denn Eure Erfahrung wird so isoliert sein und so unnütz für das Leben Eurer Kinder wie die Erfahrung Eurer Eltern für Euer Leben. Eure Erfahrung wird aber noch spezieller ausfallen und dadurch noch weniger Nutzen stiften als die Eurer Eltern für Euch.

Ihr seid anscheinend ziemlich süchtig nach dem iPhone. Viel mehr süchtig als Eure Eltern es jemals waren. Die Sucht nach Nikotin lässt den Vorder- und den Schläfenlappen mindestens 60 Minuten ungestört arbeiten. Die Sucht nach den Medien, die komischer Weise auch vom Reptilhirn ausgeht, gibt dem vernunftgesteuerten Teil des Gehirns nicht einmal zwölf Minuten frei.

So kann man verstehen, weshalb jemand intensiv versucht, das Handy heimlich eingeschaltet zu lassen, obwohl er schon einsehen konnte, dass es auf Dauer ungünstig ist, immer online zu sein. Dieses Ansinnen darf man vergleichen mit jenem Versuch eines Kettenrauchers, seinen Aschenbecher in der Hosentasche online zu stellen, damit er immer glüht, um bei Bedarf sofort eine Zigarette zu entzünden.

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