Und täglich altert der Zwilling mehr

Unter dem Titel „Fundstück der Woche“ konnte man im deutschen Privatfernsehen eine Zeit lang mitverfolgen, wie weit Nonsens tragen kann. Leider wurde dort nie über Einsteins verworrene Theorien hergezogen. Man traute sich nicht, jemanden zu kritisieren, dessen Name Straßen und Schulen ziert.

Außerdem kann nicht es nicht zweckmäßig sein, die immer wieder gleichen Einwendungen gegen die Spezielle Relativitätstheorie vorzubringen. Das Thema „Zwillingsparadoxon“ wurde hier bereits abschließend behandelt. Dennoch darf man angesichts der Fülle an Vortrags- und Lehrmaterial zur Relativitätstheorie nicht kritiklos vorübergehen.

Solution as of TU Darmstadt 2013Im Rahmen der Schulphysik werden die Ideen des Albert Einstein gelehrt. Dabei wird am Beispiel des Zwillingsparadoxons erklärt, dass der in Bewegung befindliche Zwilling weniger Zeit beim älter Werden verbringt als sein ruhender Bruder.

Wie selbstverständlich wird alles im Minkowski-Diagramm zu plausibilisieren versucht: Kontrollsignale, die zwischen den beiden Testpersonen ausgestauscht werden, spiegeln genau die zeitliche Diskrepanz wider. Bei v/c=0.6 und 10 jährlichen Signalen würde der Reisende nur 8 von insgesamt 10 Jahressignalen erhalten, heißt es auch hier, auf der Folie 21 der Physikdidaktik Baden-Württembergs.

Minkowsi-Diagramm zu Zwillingsparadoxon Minkowsi-Diagramm (korrigiert)
Grundsätzlich: Lichtsignale gehen nicht verloren. Da man der Lichtausbreitung weder entkommen noch ausweichen kann, wird jedes Signal jeden Empfänger erreichen, der zum Sendeort unterwegs ist. Vereinbart ist, dass die Signale jeweils zum Jahresbeginn verschickt werden.

Um den Schülern und Studenten das Paradoxon zu veranschaulichen, wird ein Diagramm wie oben abgebildet gezeigt. Dabei würden wegen der vermeintlichen Zeitdehnung die  Signale vom Reisenden nur im Abstand von 1¼ Erdenjahren abgesetzt. Wegen dieser Ausdehnung der Jahresdauer, so die steile These, würde für den Reisenden vier Fünftel weniger Zeit verstreichen und er bliebe jünger. Ob die ehemals bahnbrechende Story von dem eingesparten Alter eine Falschdeklaration darstellt, sollte geklärt werden, bevor man sie als Lehre verkauft.

Timing: Nur mit Eigenzeit

Die These, dass der Reisende in größeren Zeitabständen sendet, ist ein weit verbreiteter Irrglaube: Der Reisende bemisst -wie der Ruhende- seine Jahresdauer mit seiner eigenen Uhr. Die eigenen Uhren geben stets und unabhängig von anderen Uhren und unabhängig vom Bewegungszustand die gleichen Intervalle an, benannt als Eigenzeit. Anderenfalls wären sie als Zeitmesser grundsätzlich nicht zu gebrauchen.

Ein für alle Male:
Würden die Uhren des Reisenden mit zunehmender Geschwindigkeit, wobei diese für diesen Zweck als ‚Eigengeschwindigkeit‘ zu definieren wäre, langsamer drehen, müsste die Zeitdauer, die jeweils zwischen zwei Schlägen verstreicht, entsprechend anwachsen.
Die Uhren würden also bei höheren Geschwindigkeiten seltener schlagen und dabei jeweils eine größere Zeitdauer verstreichen lassen als sie selbst bemessen. Das wäre nichts anderes als ein Messfehler.

Da man nun aber Experimente so oft wiederholen muss, bis die Messergebnisse hinreichend stabil sind, kann ein einmaliger Test -selbst als Gedankentest- ohnehin nichts aussagen. Man wird also den Vorgang mehrfach exakt wiederholen müssen. Dabei kann man problemlos zusätzliche Hilfsignale von der Basis versenden, wie im Bild links oben gezeigt, jeweils nach 4/5 Jahren bei v/c=0.6, damit der Reisende pünktlich antworten kann. Im Bild rechts bemisst der Reisende -wie vereinbart- seine Sendetermine mit der Borduhr. Dabei treten keine Unterschiede bei der Anzahl der gezählten Signale auf.

Wird bei der Wiederholung des Experiments die Frage noch wichtig sein, ob der Reisende, der nach exakt einem Erdenjahr zur Quittierung aufgefordert wird, weniger gealtert sei als sein Partner von der Basis? Oder wird vielmehr deutlich, dass erst dann, wenn man die mobile Zeitmesstechnik genauestens kontrolliert, derartige Missverständnisse ausgeschlossen werden?

Folie 8: Definiere: „gleichzeitige Ereignisse“:

– auf Parallelen zur x-Achse (bei Berücksichtigung der Lichtlaufzeit)

Parallelen zur x-Achse kennen keine Lichtlaufzeit, denn eine Aussage zu „gleiche Zeit“ ist stets invariant gegenüber allen Beschränkungen, auch gegenüber dem Ort, sogar gegenüber „gleicher Ort“ und „spezieller Ort“. „Gleiche Zeit“ gibt die Identität der Zeit an. Ohne Identität könnte man überhaupt keinen Zeitpunkt eindeutig referieren.

Wäre die generelle Invarianz der Zeit nicht gegeben, wäre keine Parallele zur x-Achse mit einer Aussage über die dort herrschende Zeit möglich und alle Aussagen dieser Form „t=5“, „t=12.5“, „t=?“ wären mehrdeutig. Die im Diagramm angedeutete Orthogonalität von Zeit und Raum setzt zwingend

  • die Invarianz von Raum gegenüber Zeit und
  • die Invarianz von Zeit gegenüber Raum

voraus.

Folie 11: Versuch der Beschreibung des Paradoxons

„Beim Planeten finden aus Sicht des hin- und des zurückfliegenden Raumschiffs unterschiedliche Ereignisse (A2 und A3) gleichzeitig auf der Erde statt.“

Dabei ist A2 eine Zeitmarke (t=3.2) und A3 eine andere Zeitmarke (t=6.8). Das Ereignis, das beobachtet wird, passiert bei t=5.0 auf dem (mit irgendeiner Geschwindigkeit v fliegenden) Raumschiff.

Anmerkung: Der Sprecher unterscheidet nicht zwischen

  • einem Ereignis und dessen Beobachtung,
  • zwischen Messobjekt und Messwert,
  • zwischen Realität und Information.

Dass ein Ereignis an verschiedenen Orten oder zu verschiedenen Terminen stattfindet, muss ausgeschlossen sein, sofern man über ein  Ereignis eindeutig sprechen möchte.

Also: Wenn der Sprecher diese Unterscheidung nicht trifft, was wird er annehmen?

Er nimmt an, dass ein (Beobachtungs-) Ereignis, welches auf dem Raumschiff bzw. (bzw. in einem fremden Bezugssystem) stattfindet (z.B. das Zeitsignal von A2 von der Erde tritt gerade ein) mit dem (Ursprungs-)Ereignis (z.B. das Zeitsignal A2 wird auf der Erde gerade versendet) ununterscheidbar zusammenfällt. Das hat zur Folge, dass alle Zeitspannen, die möglicherweise zwischen einem Ereignis und dessen Beobachtung liegen, verschwinden, weil sie nicht mehr referiert oder bestimmt werden können.

Zwischen den Kontrollsignalen, die von der Erde zum Raumschiff (A2.Start) und vom Raumschiff zurück zur Erde (A3.Stop) gelangen, existiert die Zeitdistanz

dtE= t(A3)-t(A2)= 3.6

auf der Erde. Für diese Zeitdauer kann keine entsprechende Dauer auf das Raumschiff bezogen angegeben werden, denn

dtR= t‘(A3)-t‘(A2)= 0.

Daraus hat man geschlossen, dass die dtE entsprechende Zeitspanne für das in Bewegung befindliche Raumschiff nicht existierte bzw. „der reisende Zwilling“ entsprechend jünger bliebe. Doch das ist sofort als Missgeschick zu erkennen! Es folgt unmittelbar aus der unpräzisen Sprech- und Denkweise:

Erde:
 dtE= t(A3.Stop)-t(A2.Start)= 3.6

Raumschiff:
dtR= t(A3.Start)-t(A2.Stop)= 0

dtE und dtR sind offensichtlich verschiedene Zeitspannen, denn sie messen unterschiedliche Ereignisse.

A2.Start ≠ A2.Stop

A3.Start ≠ A3.Stop

Die Ereignisse A.Start und A.Stop sind verschieden, weil zwischen Ort(A.Start) und Ort(A.Stop) eine (veränderliche) räumliche Distanz existiert, deren Überwindung mit begrenzter (Licht-)Geschwindigkeit eine Zeitdauer erfordert, die größer ist als 0.

Folie 13: Vollständige Selbstverwirrung

„Nicht die Beschleunigung ist für das unterschiedliche Altern verantwortlich, sondern die verschiedenen Bezugssysteme bei Hin- und Rückreise, in denen nicht dieselben Ereignisse jeweils gleichzeitig stattfinden.“

Definiere:

Ereignis e ist ein Element aus dem Kreuzprodukt von (Raum x Zeit). Ereignis e ist eindeutig und identifizierbar durch Angabe der Zeit- und der Raumkoordinaten.

Also: Ereignisse haben genau eine Zeitkoordinate und genau eine Raumkoordinate.

Also: Die Möglichkeit, dass „dieselben Ereignisse nicht gleichzeitig stattfinden“ ist ausgeschlossen, denn „dasselbe Ereignis“ ist genau ein Ereignis, welches genau eine Zeitkoordinate hat.

 Was der Sprecher vermutlich sagen wollte:

Die Lichtsignale, welche im Ereignis e ausgesandt werden, gelangen je nach räumlicher Distanz zwischen den Beobachtern B1,B2,…,Bn und dem Ort von e, nach unterschiedlichen Zeitspannen zu den Orten der Beobachtung. Dabei werden die Beobachter altern. Aber das wäre einfach zu trivial ausgefallen. Im oben rechts dargestellten Bild wird diese Trivialität klar: Die Zeitspanne zwischen dem Start zweier Signale ist  kleiner als die zwischen ihren Eintreffen am Zielort, wenn der Empfänger sich entfernt, anderenfalls kleiner. Das gilt für beide Seiten.

Aussagen wie die folgenden sind geeignet, die Gebetsform zu veranschaulichen, die inzwischen in der Physiklehre vorherrscht:

  • Die vierdimensionale Raumzeit besteht aus Ereignissen.
  • Bewegte Uhren gehen wechselseitig langsamer.
  • Gleichzeitigkeit und Gleichortigkeit hängen von der Weltlinie des Beobachters ab.

Die Sprecher möchten offensichtlich Glaubensformeln verkünden, wenn sie vom Altern in Abhängigkeit vom Bezugssystem sprechen. Dabei halten sie dem Anspruch der klassischen Physik auf Eindeutigkeit und Normierung einen grotesken Nihilismus entgegnen: ‚Es gibt keine Weltlinien absoluter Gleichzeitigkeit‘.

Das beständige hin und her Schwanken zwischen dem ontologischen Glauben (‚ja, ich glaube, dass in der Wirklichkeit die Zeit gedehnt ist‘) und dem sachlich-deskriptiven Ansatz (‚bewegte Uhren werden dopplerverschoben gesehen‘) ist ein klares Indiz für den Zweifel am verkündeten Wort. Zugleich wirkt es wie ein beharrlicher Versuch, die vom Relativismus gestiftete Verwirrung (‚Absolute Gleichortigkeit gibt es nicht‘) pflichtgemäß aufrecht zu erhalten.

Ceterum

Die Gleichung

t=(1+β) γt’

gilt frei wählbar für beliebige Bezugssysteme mit β=v/c, denn v stellt eine relative Geschwindigkeit dar, die keinem der beiden Bezugssysteme possesiv oder exklusiv zugeordnet werden kann.

Deshalb ist es erlaubt, die Zuordnung der Zeitachsen zu vertauschen. Somit muss die Theorie aus der Annahme, dass der Reisende scheinbar ruhe, das gleiche Ergebnis ableiten wie bei der gängigen, aber gegenteiligen Annahme. Bei einem Austausch der Rollen ‚mobil‘ und ‚statisch‘ wird ebenfalls deutlich, dass unendlich viele Kombinationen mit v=vm+vs existieren, die, wegen v=v, dazu äquivalent sind.

Falls nun das Altern eines Zwillings eine Funktion seiner eigenen Geschwindigkeit vm bzw. vs wäre, würde die Theorie Einsteins ein jähes Ende im Absurden nehmen: So erhielte nämlich der für die Verzögerung des Alterns zuständige Term (1+v/c)/sqrt(1-v²/c²) = sqrt(1+v/c)/sqrt(1-v/c) für jede beteiligte Person je nach v unterschiedliche Werte, dabei jedoch nur im Verhältnis zu genau einem Partner.

Das durch unsere Sprache eingeübte Denken über das Altern wäre nicht mehr anwendbar. So könnte A einer Person B gegenüber als jünger gelten, während A gegenüber C älter ist und C gegenüber B ebenfalls älter ist. Solch fremdartige Effekte treten bei fehlender Transitivität auf. Ein eindeutiges Maß für das Alter wäre unmöglich zu finden, wenn das Altern oder die Zeit von der eigenen Geschwindigkeit abhängig wären.

Da nun gelten muss, dass alle Aussagen invariant gegenüber dem Geschwindigkeiten vm bzw. vs bleiben, kann prinzipiell keine Relation ‚älter‘ bzw. ‚jünger‘ über beide Rollen gebildet werden.

Die Aussage  älter(m,s) or älter(s,m)
ist äquivalent zu not( gleichalt(m,s) )
und nur dann falsch,
wenn m und s gleichaltrig sind.

Es wird also darauf hinauskommen, dass man mit Hilfe der Theorie nur folgern kann, dass eine von zwei Rollen ein größeres Zeitmaß zukäme. Dabei muss offen bleiben, welche Rolle das ist.

Also ist offensichtlich bereits mit der willkürlichen Zuordnung der Zeitachsen die Festlegung verbunden, dass derjenige weniger altert, der die längere Zeitachse erhält. Aber wer bekommt die nun?
Und, was war doch gleich der Inhalt dieser Theorie?

Advertisements

8 Gedanken zu “Und täglich altert der Zwilling mehr

  1. Die von der Lehrphysik veröffentlichten Minkowski-Diagramme zum Zwillingsparadoxon sind falsch. Darin sind Zeitintervalle an t‘ eingezeichnet, die länger sind als an t. Keine Uhr könnte das jemals so bemessen, denn auch die bewegte Uhr würde langsamer ticken, wenn die Intervalle der ‚moving time‘ aufgedehnt wären und insgesamt für einen vergleichbaren Vorgang (etwa das Abkochen eines kg Wasser) wieder die gleiche Zeitdauer angeben.

    Das Radom des AWACS A-3, dreht sich im Betrieb sechsmal pro Minute. Wenn nun ein A-3 mit v/c=0.6 unterwegs wäre und die Zeitverdehnung an Bord -so wie das gemeinhin als Effekt an der t‘-Achse angezeichnet wird- γ=5/4 beträgt, würde zwischen der t und t‘-Achse das Verhältnis von 1 zu (1+β)γ=2 gelten. Die verdehnte Zeit müsste nun Effekte für alle Fliegen zeigen, die auf dem Radom sitzen. Die Zentrifugalkraft steigt mit der Drehzahl quadratisch an. Wenn nun eine Rotation nicht mehr 1/6 einer Minute (10s), sondern 5/24 (12.5s) dauern würde, fiele die Drehgeschwindigkeit, für jeden beobachtbar, um ein Viertel, von 0,62 rad/s auf 0,5 rad/s.
    Alle Fliegen, die auf dem Radom im Abstand von 1m zum Mittelpunkt sitzen, würden ihre Angst vor dem Fliegen verlieren, denn die Fliehkraft würde um mehr als ein Drittel sinken. Mit zunehmender Geschwindigkeit würde die Flugkurve der abgestreiften Fliegen immer kürzer und das Streubild immer schmäler. Jeder könnte auf diese Weise die Zeitverdehnung beobachten, wenn sie denn existierte.
    Das gleiche Verfahren müsste indes für ferne Gasplaneten zutreffen, die sich -gemäß SRT-relativ zum Beobachter unterschiedlich schnell bewegen. Die Ringe des Saturn etwa müssten für die vielen Sonden unterschiedlich breit werden: Bei der Annäherung, die zu verkürzten Zeitintervallen auf dem Saturn führen sollte, würde der Saturn schneller rotieren und dadurch seinen Ringstaub weiter in das All hinausschleudern. Umgekehrtes müsste beim Entfernen der Sonde zu beobachten sein, die Ringe würden schmäler, weil der Saturn langsamer rotieren würde.
    Doch was wäre nur, wenn zwei Sonden den Saturn gemeinsam, frontal und rektal, wie im Sandwich, beobachteten?

  2. Falls man das hier nicht verstehen kann:

    „Die Uhren würden also bei höheren Geschwindigkeiten seltener schlagen und dabei jeweils eine größere Zeitdauer verstreichen lassen als sie selbst bemessen. Das wäre nichts anderes als ein Messfehler.“

    Das erste Bild oben zeigt, dass die Dauer des round trip (des ping) doppelt so groß ist wie ein lokaler Zeitabschnitt.

    Frage:
    „Angenommen, dass alle Prozesse mit zunehmendem v zur Zeitstarre neigen, wie oft wird die Uhr bei v/c= 0,6 ticken, wenn die baugleiche Uhr bei v=0 insgesamt 10 mal tickt?“

    Antwort:
    Zwischen zwei Ticks führt jede Uhr irgendeinen Referenzvorgang τ immer gleicher Dauer dτ aus. Dieser Vorgang kann als Pausenzeit aufgefasst werden, in der die Uhr nicht zählt oder tickt, sondern nur abwartet. Die Periodenlänge wird nicht von der Uhr bestimmt, sondern von allen physikalischen Größen und Störgrößen auf τ, welche die Uhr frei einwirken lässt. Bei einer mit v zunehmenden Zeitstarre(v) wird der Referenzvorgang τ länger dauern.
    Doch der Weg, der als Vergleichsmaßstab gelten muss, bleibt unabhängig von der Zeitstarre gleich lang. Wer einen Weg geht und dabei mehr Pausen macht (weil er einer Zeitstarre unterworfen ist) als ein Anderer wird nicht mit ihm gemeinsam ankommen. Je mehr Pausen man macht, desto größer wird die Dauer dt der Durchquerung einer Wegstrecke.

    Wird eine Strecke in der Zeitdauer dt mit der Geschwindigkeit v ohne Pause durchquert, und ist dabei die Zeitdauer dt gleich mit dτ, führt jede Pause, die bei Zeitstarre(v) dτ verlängert zwingend auch zur Verlängerung von dt.

    Fall 1)
    Wenn die Zeitstarre(v) nur auf τ wirkt und nicht auf den Vorgang der Durchquerung t, würde eine Zeitdiskrepanz auftreten, so dass dτ kein Maß für Zeitdauer von t darstellen kann. Kurz: Eieruhren kann man beim Tauchen nicht verwenden.
    Fall 2) Wenn die Zeitstarre(v) sowohl auf τ als auch auf t wirkt, bildet dτ die zeitliche Dauer dt richtig ab. In diesem Fall kann jedoch der Einfluss der Zeitstarre(v) auf dt nicht gemessen werden. Kurz: Wenn t wartet, dann wartet auch τ und umgekehrt.

    Also: Wenn sichergestellt ist, dass t und τ stets gemeinsam enden, kann τ t richtig bemessen. Dann kann jedoch die Zeitstarre(v) nicht bemessen werden.

    => Wenn man die Dauer einer Streckendurchquerung korrekt misst,
    kann Zeitstarre(v) das Resultat nicht beeinflussen.
    => Wenn Zeitstarre(v) das Messresultat beeinflusst habe bzw. haben soll,
    kann die Dauer einer Streckendurchquerung nicht korrekt bemessen worden sein.

  3. “Wieso erkennen die Lehrbeauftragten der SRT nicht, dass sie Verwirrung stiften?”
    (aus einem Kommentar zum Artikel „Woher kommt die Zeit?“)

    Verwirrung und Selbstverwirrung gehören zum Programm des Relativismus, des antiken und des modernen. Wenn man heute allenthalben Studien zum Zweck einer Begründung fordert und diese bei unerwünschten Resultaten mit dem Protestplakat ‚Tendenzforschung‘ niedergebügelt, hat man den Endzustand des Relativismus vor Augen: Keine Aussage hat Bestand oder Wert, denn alle Aussagen sind geprägt von der Position des Sprechers.

    Relativismus ist eine Abart des Nihilismus, gepaart mit einem subjektiven Platonimus, wo traumhafte Ideen theoriefähig sind.

  4. Norbert Lossau (Ressortleiter Wissenschaft der Welt)
    schreibt am 22.07.2015 zum Thema „New Horizons ist mit 50.000 oder 75.000 Kilometern pro Stunde am Pluto vorbeigeflogen“:

    Wir spüren Geschwindigkeit nicht

    Wir haben kein Sinnesorgan für Geschwindigkeiten und die Evolution hätte ein solches auch gar nicht hervorbringen können, denn spätestens seit Einstein ist klar, dass alle bewegten Systeme physikalisch (und damit auch biologisch) gleichwertig sind, unabhängig von der Geschwindigkeit.

    Tacho-Zellen zeigen im Hirn die Geschwindigkeit an

    Nobelpreisträger haben im Ratten-Gehirn Zellen gefunden, die auf Geschwindigkeit reagieren. Diese Speedzellen geben Signale in einer umso höheren Frequenz weiter, je schneller sich die Tiere bewegen.

    Spiegel:
    „Unsere Beobachtungen weisen auf die Speedzellen als eine Schlüsselkomponente für die dynamische Repräsentation der Selbstverortung im mittleren entorhinalen Cortex hin“,

  5. Irrsinn nach Wunsch:

    Während des Fluges in Richtung Centaurus vergeht für Theresa die Zeit Δt*, die tatsächlich kürzer ist als Δt‘, wie wieder die Maßstabshyperbel beweist.

    Sehr geehrter Herr Kassner,
    das kann die Hyprbel leider nicht beweisen, denn -Augen bitte auf- ein Vergleich
    von ct mit ct‘
    ergibt per definitionem (by Albert E.) nur, dass
    x=ct und x’=ct‘, belässt also keine Möglichkeit, die Aussage ct>ct‘ bzw. ct<ct' zu begründen,
    wobei weder das ct noch das ct‘ einen Anspruch auf Wirklichkeit erheben. In jedem einzelnen Fall handelt es sich nämlich nur und ausschließlich um das von einem Beobachter bemessene Korrelat einer fernen, vermeintlichen Zeitdauer (objektive Zeitdauern gibt es bekanntlich nicht). Das ungestrichene t ist nicht das unverfälschte Original, sondern es ist das vom anderen Beobachter entsprechend subjektive eingefälschte bzw. ersonnene Resultat seiner Beobachtung.

    Den Relativitätstheorien fehlt es in systematischer Weise an logischer Stringenz. Die Theorie hält sich nicht an ihre eigenen Postulate und Regelsätze, sie zieht Begründungen aus theoriefremden oder als unzutreffend verworfenen Annahmen, z.B. dem vom absoluten Zeitbegriff. Die SRT markierte den Einstieg in die Beliebigkeit, der Forschens nach Wunsch, des Denkens nach Wunsch anstelle logischer Stringenz zu folgen.

    Wenn Sie, sehr geehrter Herr Kassner, die Aussage ct>ct‘ bzw. ct<ct' begründen zu können glauben, dann doch nur durch Rückgriff auf den konventionellen, klassischen Zeitbegriff, welchen Sie als Parallele zur x-Achse unterstellen. Wenn der klassische Zeitbegriff für Begründungen taugen sollte, erledigt sich jeder Anspruch auf relativistische oder subjektive Zeitbegriffe unmittelbar – wegen Absurdität.

  6. Liebe Leser, wenn Sie die Folien des Lehrmeisters Michael Pohlig zum Zwillingsparadoxon herunterladen möchten, dann schreiben Sie an:
    Studiendirektor
    Michael Pohlig

    c/o Karlsruhe Institut für Technologie (KIT)
    Fakultät für Physik,
    Bereich Lehramtsausbildung
    76128 Karlsruhe
    Telefon: +49 (0)721 608-43364
    pohlig@kit.edu
    oder direkt an
    michael@pohlig.de

    Die Links oben verweisen auf Stilblüten zum Thema „Zwilling“ und belegen, dass jemand, der Geld vom Staat dafür bekommt, dass er andere belehrt, die ebenfalls Geld vom Staat dafür bekommen, dass sie still zuhören, nicht über das nachgedacht hat, was er vorzutragen wagt. Dieses „Schema des geistigen Absentismus“ entspricht übrigens exakt dem, was die so ausgebildeten Lehrer ihrerseits an die Schüler übertragen: Nicht lange nachdenken, sondern abkupfern.

    http://www.kpk-akademie.de/module/RelativitaetstheorieUndKosmologie/index.html

    • Die Deutsche Physikalische Gesellschaft rät mit Nachdruck davon ab, den Karlsruher Physikkurs in der physikalischen Ausbildung an Schulen zu verwenden.
      https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichung/stellungnahmen_gutachter/index.html
      Zitat aus dem DPG-Gutachten zu Pohlig et.al. (KPK)
      „Doch selbst wenn diese Konzepte für die Schüler eingängiger wären, stellt das keinen Gewinn dar, denn die Schüler lernen etwas, was vom wissenschaftlichen Standpunkt fragwürdig und teilweise nachweislich falsch ist. Ferner werden diese Konzepte des KPK auf eine Weise formuliert, die kein anderer Techniker oder Wissenschaftler versteht.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s