Warum dürfen Salafisten Hass predigen?

Im Brüsseler Stadtteil Molenbeek gibt es mehr als 20 Moscheen. Die meisten werden von salafistischen Imamen betreut. Das europäische Zentrum des salafistischen Islam liegt in Brüssel unweit des Parlamentariums der Europäischen Union.

Salafisten sind keine Amish People arabischer Herkunft, sondern totalitäre Konservative, die annehmen, dass der Erfolg jeder Gesellschaft von ihrer Religiosität abhängig sei. Der Erfolg wird allein am Umfang der gläubigen Population gemessen.
Um die weltweite Siegeszug der salafistischen Lehre zu erreichen, werden Zwang und Unterdrückung als legitime Mittel betrachtet.

Im Rahmen der Meinungsfreiheit dürfen die Menschen fast alles öffentlich mitteilen. Als Künstler dürfen sie noch mehr, auch Beleidigungen gegen aktive Politiker aussprechen. Wenn sie einen Verein gründen, dürfen sie ihren Mitgliedern grundsätzlich alles vorschreiben. Vereinsverbote gelten unter Juristen als fast unmöglich, wenn dadurch -wie im Fall der Al-Nur-Moschee- das Grundrecht der Religionsfreiheit betroffen ist. Im Rahmen der Religionsfreiheit darf man in Deutschland fast alles, sogar Kinder genital verstümmeln, was dann Beschneidung genannt wird.

Dabei ist Religion bekanntlich undefiniert. Angehende Juristen lernen diese Inhaltsbestimmung auswendig:

Eine Religion oder Weltanschauung ist eine mit der Person des Menschen verbundene Gewissheit über
– bestimmte Aussagen zum Weltganzen sowie
– zur Herkunft und zum Ziel des menschlichen Lebens.
Die Religion legt eine den Menschen überschreitende Wirklichkeit
zugrunde, während sich die Weltanschauung auf innerweltliche Bezüge beschränkt.

Im Rahmen des Grundgesetzes ist ungeklärt, was „Religion“ bedeutet. Alle Aussagen zum Weltganzen, die man unter dem Anschein der Gewissheit, also der Vorspiegelung von Wissen, geben könnte, darf als Religion verstanden werden.

Die Verfasser des Grundgesetzes hatten demgegenüber nur den Schutz der Juden vor Verfolgung im Sinn. Sie konnten nicht ahnen, dass es in Deutschland eine Zeit geben wird, wo radikale Moslems oder Salafisten in deutscher Sprache zum bewaffneten Kampf gegen Andersgläubige aufrufen, während christliche Kirchen kaum noch besucht werden.

Religionsfreiheit ist eine Errungenschaft der europäischen Aufklärung. Sie wurde als wichtiger kultureller Fortschritt begrüßt. Aber, was gilt für die freiheitlich orientierte Gesellschaft,

  1. wenn „Religion“ nicht abschließend definiert ist,
  2. wenn Religion keine Privatsache bleibt,
  3. sondern Gewalt hervorbringt und auslöst und vorwiegend dazu dient, die psychische Beeinflussung von Menschen zu begründen?

Man kann unmittelbar einsehen, Verstand sei vorausgesetzt, dass Glaubenssysteme mit verpflichtender bzw. strafbewehrter Glaubenspraxis nicht vom Staat als Religion anerkannt werden können.

Sobald Region zur Pflicht wird oder eine Pflicht beinhaltet, etwa bestimmte Kleidung zu tragen oder bestimmte, wissenschaftlich unbegründete, Rituale zu befolgen, greift Religion explizit in weitere staatlich geschützte individuelle Freiheiten ein. Religion kann dadurch als Einfallstor für den gesellschaftlichen Umbau eines Staates genutzt werden, der nach Maßgabe seiner Verfassung unzulässig wäre.

In extremen Fällen, wo eine Glaubensgemeinschaft ihre Anhänger mit dem Tode bedroht für den Fall, dass sie ihre Religion ablegen, handelt sie offen kriminell.

Wenn eine Religion die geistig-spirituelle Ebene verlässt und in das Leben der Menschen einzugreifen versucht, darf sie kein freiheitsorientierter Staat als Religion anerkennen oder staatlichen Schutz anbieten. Er würde nämlich als Ordnungsmacht den Religionen den Vorrang vor der Freiheit geben und so das Schema der religiösen Begründung anbieten, so z.B.

  • wenn Kinder an muslimischen Festtagen regelmäßig ihrer Schule fernbleiben,
  • wenn Polizisten vor Moscheen ihre Schuhe ausziehen, bevor sie einen Verdächtigen befragen oder festsetzen können.

Sobald eine Religion eine offene oder versteckte Drohung umfasst, etwa zu dem Zweck, Menschen zu bestimmten (‚gottgefälligen‘) Handlungen bzw. Unterlassungen (von ‚Sünde‘) zu bewegen, kann sie nicht als Religion staatlich anerkannt werden.

Religiöse Erziehung: Wer darf das?

Die Erziehung von Kindern und Schutzbefohlenen muss sich an jenen humanistischen Werten orientieren, die unserer Gesellschaftsordnung zugrunde liegen.

Das ureigene Interesse des Staates sollte es sein, die ethischen Grundlagen seiner Verfassung zu bewahren.

In unserem staatlichen Schulsystem sieht man dazu überhaupt keinen Anlass. Stattdessen erteilt man importierten Imamen, die sich Religionsgelehrte nennen und keinerlei Qualifikation anbieten können, freimütig die Lehrerlaubnis für deutsche Schulen und Hochschulen! Ganz unabhängig davon, was eine Religion für heilig hält, und sei es eine Kuh, wird es den Menschen für ihr Zusammenleben in einer Gesellschaft wenig nützen, wenn Ideologien in der Schule gelehrt werden.

Auch wenn Islamgelehrte darauf hinweisen, dass die jungen Muslime in Deutschland viel zu wenig und viel zu viel falsches über den Islam wissen, folgt daraus mitnichten ein staatlicher Auftrag, bestimmte Religionskenntnisse zu verbessern. Vielmehr sollten alle Menschen, die in dieser Gesellschaft leben, in der Lage sein, die Regeln des friedfertigen Miteinander zu beherrschen und für sich selbst als vernünftig zu erkennen. Wer dazu nicht in der Lage ist, etwa weil er dem Salafistenprediger aus Glaubenstreue die Buchstaben „Islam ist mein Paradies“ entgegenstrecken muss, der benötigt Hilfe zum Verständnis dieser Welt, nicht etwa bei der Analyse des Jenseits.

ISLAM ist PARADIES

Es handelt sich um staatliches Versagen im Bildungsauftrag, wenn Jugendliche nach langjähriger, intensiver Schulausbildung einem Rattenfänger aufsitzen, der sie zu Massenmördern auszubilden in der Lage ist.

Was ist Religion nach Maßgabe des Grundgesetzes?

  1. Religion ist eine Menge von Glaubenssätzen.
  2. Religionen bieten spirituelle Erfahrungen an.

Eine Religion, die gegenüber dem Transzendenzkriterium beliebig ausgestaltet werden kann, taugt nicht als Lieferant für ethische Systeme.

Moral kann in einer Gesellschaft, die sich so versteht, dass alle miteinander nach gemeinsamen Regeln agieren und sich diesbezüglich aufeinander verlassen, ausschließlich auf die Vernunft gestützt werden.

Weil nur vernünftige Sätze verständlich mitgeteilt werden können.

Wenn man die Zustimmung zu einer Aussage sucht, die sich nicht  beweisen lässt, kommt es auf die Eindeutigkeit an:
(a) Der Wert von x für „2+1=x“ ist eindeutig.
(b) Der Wert von y für „2+1<>y“ ist unendlich mehrdeutig.
Die Verständigung auf einen Wert, der von allen Menschen  anerkannt wird, setzt die Eindeutigkeit der Fragestellung voraus.

Nur so, durch die Anwendung der Vernunft, wird Moral als ein geschlossenes ethisches System ableitbar aus Prinzipien und aus diesem Grund nachvollziehbar, d.h. allgemein verständlich. Glaubenssätze, die im Rahmen einer vermeintlichen Religionsfreiheit  beliebig ausformuliert werden können, bieten keinen Ersatz für wohlgewählte Prinzipien, die nach den Regeln der praktischen Vernunft anzuwenden sind.

Da die Verfasser des Grundgesetzes nicht wussten, dass „Religion“ etwas anderes bedeuten könne als „Christentum“ oder „Judentum“, hatten sie kein Problem damit, diese Religionen als Lieferanten für das ethische System des Grundgesetzes anzunehmen.

Wann zerfällt die Gesellschaft?

Eine Gesellschaft, die eine Einheit bildet, kann nicht dadurch erzielt werden, dass alle Mitglieder sich wechselseitig tolerieren. Alle Mitglieder einer Gesellschaft sind direkt und indirekt voneinander abhängig. Freie Menschen sind in der Lage, ihren persönlichen Zielen zu folgen, daher wählen sie diejenige Mitgliedschaft, die ihnen den größten Nutzen verspricht. Aus den Qualifikationen jener Menschen, auf deren Leistungsfähigkeit man in Laufe seines Lebens angewiesen sein wird, z.B. der Ärzte, der Lehrer, Richter, Finanzbeamte und Busfahrer, bilden sie einen Leistungsndex, der mit den individuellen Präferenzen verglichen wird.

Als attraktivste Gesellschaft wird diejenige mit dem höchsten Qualifikationsindex gelten, selbst wenn die Mitgliedschaft die Beschränkung persönlicher Rechte fordert, wie etwa für Muslime in der Schweiz.

Folglich steigt das Risiko, dass mitten in Europa frühere Nationalgesellschaften zerfallen oder durch Wegzug ausgezehrt werden mit jedem Individuum, das der Gesellschaft beitritt und einen geringeren Qualifikationsindex aufweist als der Erwartungswert. Bei der Beurteilung zukünfiger Qualifikationen junger Migranten werden zwei Faktoren angewandt:

  • Welches Leistungsniveau wird im allgemeinen der Volksgruppe zugeordnet, der ein zukünftiges Mitglied entstammt?
  • Wie verlaufen die Entwicklungslinien von zuvor eingetretenen Mitgliedern aus derselben Volksgruppe?

Hier deuten die Befunde zur Ablehnungshaltung gegenüber bestimmten Volksgruppen darauf hin, dass die sog. Vorurteile auf Erfahrung beruhen und mit dem Erwartungswert für den zukünftigen Qualifikationsindex der Migranten zusammenfallen.

Die Mehrheit der in Europa lebenden Menschen entstammt weitgehend geschlossenen, kulturell homogenen Gruppen, denen Situationen interkultureller Missverständnisse fremd sind. Wenn die eingeübten Annahmen bezüglich des Verhaltens anderer nicht mehr gelten, müssen Anpassungsprozesse folgen. Alle Menschen vermeiden es (sinnvoller Weise), einmal Erlerntes zu verwerfen und durch neues zu ersetzen. Wenn ein Mitglied der Gesellschaft zum Beispiel feststellen muss, dass

  • der Autofahrer vor ihm trotz Grünphase nicht losfährt,
  • dass der Arzt ihn nicht verstehen kann,
  • dass der Lokführer regelmäßig eindöst,
  • dass die Lehrerin unmotiviert und inkompetent ist,
  • dass die Waschmaschine zum Termin nicht geliefert wird und
  • die Sprache, die man am Servicetelefon hört, nicht zu verstehen ist,

wird er seine Annahmen bezüglich des Verhaltens seiner Mitmenschen verändern müssen. Es wird ihm unmöglich erscheinen, auf alle anderen so einzuwirken, dass sie der Vernunft folgend,

  • ihre Leistungsbereitschaft,
  • ihre Kompetenz,
  • ihre kommunikative Effizienz

verbessern. Vielmehr wird er, um die Situationen eigener Enttäuschung zu vermeiden, keine hohen Erwartungen mehr setzen und stattdessen

  • die Autofahrer vor ihm anhupen, damit sie losfahren,
  • sehr lange nach gut bewerteten Ärzten suchen,
  • Fahrten mit der Deutschen Bahn vermeiden,
  • hoffen, das die Lehrerin endlich wieder schwanger wird,
  • keine neuen Waschmaschinen mehr kaufen und
  • keine Servicenummern mehr anrufen.

Man kann einsehen, dass infolge unzureichender Verständigung die Wirtschaftsleistung, nicht nur der Qualifikationsindex, fallen wird.

Die zweite Alternative, nämlich, dass Maßnahmen ergriffen werden, um das Verhalten aller anderen Menschen zu ändern, ist neuerdings häufiger zu beobachten als dies anzunehmen gewesen wäre, z.B. wenn

  • Amokläufer in Schulen um sich ballern oder
  • sog. Dschihadisten blutige Anschläge in der City verüben oder
  • wilde Schlägereien auf dem Standesamt, vor der Kindertagesstätte oder in der Straßenbahn auftreten,

nicht nur in Flüchtlingsheimen, wo das zu erwarten ist, wenn bestimmte Volksgruppen sich durch das blose Auftreten anderer Ethnien zu Gewalkexzessen genötigt fühlen.

Menschen mit unzureichend ausgebildetem Selbstbewusstsein, dazu zählen regelmäßig alle Kinder und Jugendliche, genießen in unserer Gesellschaft besonderen Schutz, so lange, bis sie nach allgemein geltenden Annahmen die geistige Reife voll entwickelt haben.

Alle Menschen, die sich der Terrormiliz „Islamischer Staat“ anschließen, sind mit großer Wahrscheinlichkeit
Menschen mit unzureichend ausgebildetem Selbstbewusstsein.

Alle Menschen, die ihre täglichen Verrichtungen in willkürlich vorgegebenen Zeitabständen unterbrechen, um sich einem ziel- und nutzlos anmutenden Ritual zu unterziehen, verfügen mit großer Wahrscheinlichkeit über ein für die Teilhabe an freiheitlich orientierten Gesellschaften völlig unzureichendes Selbstbewusstsein.

Die Zustand geistiger Reife wird wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge bei Heranwachsenden immer später erreicht, was bei zunehmender Umweltkomplexität nicht zu verwundern braucht. Von verantwortlicher Stelle wird jedoch, obwohl das durchschnittliche Auszugsalter Jahr für Jahr ansteigt, das Gegenteil behauptet, dass etwa die Kinder  schon früh eine ‚großartige‘ und ‚rasche‘ geistige Entwicklung nähmen,

  • dass Vorschulkinder ihre Konflike selbständig austragen könnten,
  • dass Kinder über ihren Schlafbedarf, ihre Nahrungsversorgung, ihre Kleidung, ihre Facebook-Beziehungen und ihre Lerninhalte selbst entscheiden könnten
  • und deshalb auch schon Minderjährige Auto fahren, die Uni besuchen und eine eigene Wohnung beziehen könnten.

Dass solche Behauptungen dem utilitaristischen Kalkül folgen und diejenigen, die sie aussprechen meist weiblich,  berufs- oder freizeitorientiert und entweder unreflektiert oder selbstorientiert agieren, verwundert nicht.

Wer braucht die Islam?

Wer den christlichen Glauben kennt, wird sich die Frage stellen, wozu die Menschen den Islam brauchen. Der Glaube an die Auferstehung von den Toten und an einen barmherzigen Gott, der immerwährend den Menschen zur Seite stehen wird, ist im Christentum bestens ausgeprägt. Auch Propheten und Heilige, Engel und vierzehn Nothelfer können angebetet werden. Die Kirchengesänge, etwa der gregorianische Choral, sind von beeindruckender Reinheit und schenken jedem dafür aufgeschlossenen Menschen meditative Entspannung und Freude. Die muslimischen Rache-, Gewalt- und Sexphantasien sind jedoch im Christentum undenkbar.

Man kann im Liberalismus, inmitten einer riesigen Herde, die ihrer liberalen Grundhaltung wie blind folgt, auch untergehen, etwa wenn liberal verfasste Staaten nicht erkennen, wenn die staatlich garantierte Freiheit dazu missbraucht wird, persönliche Freiheit zu nehmen, um sie durch religiösen oder kulturell geprägten Zwang zu ersetzen.

Salafismus ist keine Religion, sondern ein Wahnsystem, das Abhängige generiert und diese in lebensbedrohliche Situationen bringen kann. Wenn unser Staat nicht zu einem Nachtwächterstaat mutiert wäre, hätte er längst eine Antwort darauf gefunden, weshalb sich junge, meist ungebildete Menschen ex migrante im Salafismus verfangen. Da man die Verbreitung von Wahnsystemen nicht unter Strafe stellen kann, wäre davon auch jeder katholische Priester betroffen, verbleibt nur die Mollat-Lösung für das Salafisten-Problem: Ab in die Klapse mit dem Pierre Vogel, und all seinen Kumpanen!

Weshalb sind junge Menschen bereit sich zu opfern?

Wenn Menschen bereit sind, ihr Leben zu opfern, um ein vermeintliches Ziel zu verfolgen, das ihnen überhaupt keinen Nutzen stiften kann, handeln sie offen irrational.

Die Versprechungen der Islamisten erscheinen der stark verblödeten Medien-Generation, die im Westen durch Vernachlässigung, WhatsApp oder TV sozialisiert wird, genauso glaubwürdig wie die Red-Bull-Werbung.

Islamisten scheinen regelmäßig zum Opfertod bereit, dabei jedoch nur die als dumm eingestuften jungen Europäer , weil sie verlockenden Versprechungen folgen, etwa jener vom ewigen Leben im sexuell freizügigen Paradies, das es bei logischer Betrachtung nicht geben kann:

In welcher Population kommen auf ein männliches Individuum gleich 72 jungfräuliche weibliche Individuen?
Wie wird der Nachschub an weiblichen Individuen gesichert, wenn diese nach der Initialkopulation ihre wesentlichen Eigenschaften verloren haben werden?

Religiöser Fanatismus erfüllt alle Kriterien eines Wahnsystems, in dessen Kern die unauflösbare Gleichsetzung (=Ersatzidentität) einer indoktrinierten Überzeugung (z.B. von der Belohnung für den Märtyrertod) mit der eigenen Person steht, ganz so, als ob individuelles Leben ohne die alles durchdringende Doktrin unmöglich geworden sei. Der sog. Islamische Staat wird wie eine Sekte organisiert, die jungen Menschen werden durch allerlei Verheißungen angelockt und anschließend doktringerecht dem als heilig verehrten Krieg geopfert.

Haben die jungen Islamisten keine Furcht zu sterben?

Der Glaube an ein Leben nach dem Tod ist in erster Linie Ausdruck existenzieller Hoffnungslosigkeit. Menschen, die solchen Überlegungen folgen, sind auf der Suche nach beständiger Geborgenheit und begründeter Zuversicht. Sie möchten dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit um jeden Preis entkommen. Dafür sind sie  bereit, absurd anmutenden Glaubenssätzen wie unbeirrbar zu folgen.

Wenn das Gehirn aufhört zu funktionieren, z.B. weil es nicht mehr versorgt wird, kann es die aktive Person nicht mehr mit Gedanken speisen, so dass diese grundsätzlich das eigene Vergehen nicht bewusst erleben kann. Aus diesem Grund kann keine existierende Person jemals Bedauern darüber empfinden, dass ihre physische Existenz beendet wurde. Das sollte für alle Menschen ausreichend tröstlich erscheinen.

Wenn ein Mensch bereit ist, sein eigenes Leben aufzugeben, um einem Wahnsystem zu folgen, darf seine Handlungsabsicht zu allererst nicht als fanatisch bzw. extremistisch analysiert werden, sondern als Symptom einer wahnhaften Erkrankung, die Menschenleben gefährdet.

Im Fall des Anders Breivik, der im Juli 2011 in Oslo fast 70 Menschen ermordete, hatten sich die psychiatrischen Gutachter sehr schnell auf eine paranoide Schizophrenie verständigt und ihn damit für schuldunfähig eingestuft. Nach deutlicher Kritik von Juristen, Fachvertretern und Opfern wurde das Gutachten revidiert. Breivik wurde schließlich als voll schuldfähig erachtet und zu lebenslanger Haft verurteilt.

Wenn die Vertreter der Strafgerichtsbarkeit vordringlich daran interessiert sind, Straffällige möglichst schnell und öffentlichkeitswirksam zu richten, wird häufig die Tendenz zur juristisch gewünschten Auslegung von psychopathisch relevanten Symptomen beobachtet. Dabei wäre in vielen Fällen mit rechtsstaatlichen Mitteln eine wirksame Prävention möglich gewesen, nämlich die Einweisung potenzieller Täter in die Psychiatrie.

Der Rechtsstaat hätte Anders Breivik nicht für die Veröffentlichung seiner Hetzschriften oder seiner Propagandavideos belangen können, da kein formales Kriterium für eine Straftat erfüllt war. Daher war das Attentat mit juristischen Mitteln fast nicht zu verhindern. Wenn nun, sozusagen im Nachgang, dessen volle Strafmündigkeit festgestellt wird, muss auch die Annahme gelten, dass die in seinem Video genannten Aufrufe, den bewaffneten Kampf gegen den Islam aufzunehmen, ernst zu nehmen waren und als strafbewehrte Aufforderung zu Terrorakten gewertet werden mussten. Der norwegische Rechtsstaat hat sich also mit seiner korrigierten Feststellung selbst als zur Strafverfolgung, insbesondere der Prävention schwerer Straftaten, unfähig erklärt.

Die Veröffentlichungen der gewaltbereiten Nazis, der Salafisten und Hassprediger oder des IS sind heute ebenso wenig Gegenstand präventiver Maßnahmen wie die Schriften des Anders Breivik. Dabei kann man in vielen Fällen mühelos, d.h. unter Anwendung verbindlicher Kriterien, feststellen, dass diese Personen, die ihre Gewaltdrohungen öffentlich voller Gewissheit predigen, wahnhafte Störungen zeigen, die eine klinische Beobachtung erforderlich machen können.