Einsteins MEGA-SUGGESTION

Im Relativismus werden stets nur zwei gleichwertige Objekte betrachtet, z.B. wie sie zueinander in Bewegung stehen. Aus den relativistischen Formeln ging hervor, dass beide Objekte die Lichtgeschwindigkeit wahrnehmen bzw. messen werden.

Der paarweise Vergleich galt von Beginn an als frei von Verdachtsmomenten und frei von Begründungspflichten. Der relativistische Ansatz brachte eine wissenschaftlich anmutende Kritik an vorverordneten Strukturen und überkommenen Hierarchien hervor, die zum Nachdenken Anlass gab. Die skurrilen Schlussfolgerungen der Einsteinschen Theorien konnten die Phantasie vieler Menschen beflügeln. Das große öffentliche Interesse wurde auch zur Finanzierung der Wissenschaft genutzt:

 „Die Vorträge [über die Relativitätstheorie Einsteins] habe ich im Januar gehalten für Eintrittsgeld und 6000,- M für mein Institut zusammenbekommen“ schrieb Max Born im März 1920.

Nun stellt sich durch einfaches Nachrechnen heraus, dass die Identität der Lichtgeschwindigkeit nur jeweils paarweise gilt. Dazu ist es heutzutage nicht mehr nötig, besonders geschult zu sein, in der Algebra, der Geometrie oder der Differentialrechnung. Es genügt, wenn man lineare Bewegungen des Mauszeigers durch eigene Beobachtung nachvollziehen kann. Man öffnet ein ggb-Arbeitsblatt, in dem gezeigt wird, wie schön das Modell der Relativitätsbetrachtung funktioniert. Zur Einführung gibt es das passende Youtube-Video.

Ein einfaches Beispiel

Beide Objekte begegnen sich mit der relativen Geschwindigkeit (βζ)=0.7c, A reist mit β=0.6c, B reist mit ζ=-0.1c. Im ersten Arbeitsblatt registrieren beide Objekte die Lichtgeschwindigkeit von λ/τ=0.7.

Dann öffnet man ein zweites ggb-Arbeitsblatt und lässt das eine Objekt weiterhin mit β=0.6c reisen und ein weiteres mit abweichender Geschwindigkeit, etwa mit ζ’=-0.4c. Folglich begegnen sich die zwei Objekte mit (β-ζ‘)=1c. Im zweiten Arbeitsblatt registrieren beide Objekte die Lichtgeschwindigkeit von λ/τ=1. Jedoch ist zu bemerken: Das eine Objekt, das mit β=0.6c reist, kann bei gleicher Geschwindigkeit unterschiedliche Lichtgeschwindigkeiten messen.

Welche Lichtgeschwindigkeiten registriert das Objekt, das mit β=0.6c reist? Gibt es denn am Objekt selbst eine Möglichkeit, den Unterschied zu erkennen? Das Maß der Wellendauer τ‚ ist mit τ/(c(1-β)) je Objekt eindeutig, es gibt ein Zeitmaß vor, das bei der Querung einer ganzen Welle verstreicht. Das Längenmaß wird jedoch in Zusammenarbeit mit dem Partnerobjekt ermittelt, weil das ohne Partner nicht zu gewinnen sei. So liest das erste Objekt mit β=0.6c

  • einmal die Länge λ0.7= 1.75 von dem Objekt mit ζ=-0.1c ab
  • und dann die Länge λ1.0 = 2.5 von dem Objekt mit ζ’=-0.4c.

„Na und“, heißt es dann, „je nach Betrachtungsweise kann die gemessene Distanz variieren, da man Distanz als Relation aus den beteiligten Objekten“ aufzufassen habe.

Was jeden Normalsichtigen irritieren muss

Da proklamiert die Theorie den Grundsatz von der

  • einen
  • großartig invarianten und ach so
  • wichtigen

Lichtgeschwindigkeit und erzeugt per Implikation ganz nebenbei Messwerte von der ‚einen‘ Lichtgeschwindigkeit, die in haarsträubender Weise mit jedem Objekt variieren. So misst das erste Objekt mit β=0.6c

  • einmal das Verhältnis mit λ0.7= 1.75 zu τ=2.5 gleich 0.7
  • und dann das Verhältnis mit λ1.0= 2.5 zu τ=2.5 von 1.0.

Offensichtlich unbemerkt blieb wohl auch die diktatorisch anmutende Methodik des Ansatzes:

  1. Die Lichtgeschwindigkeit ist invariant gegenüber allem und jedem. Folglich könne und müsse sich ein jeder danach richten.
  2. Jeder solle seine Uhr nach der Dauer einer Lichtwelle stellen.
  3. Jeder solle alle Längen nach Maßgabe seiner Uhr bestimmen.

Möglichkeiten zur Überprüfung der Maßgabe Nr. 1 sind nicht vorgesehen. Es wird tagtäglich an Schulen, Hochschulen und in vielbeachteten Medien behauptet, dass die Theorien Einsteins in großartiger Weise Bestätigung gefunden hätten.

Wenn damit die Vermutung gemeint ist, dass die Lichtgeschwindigkeit kaum variiert und relativ, so wie im Galileo-System zu funktionieren scheint, dann ist das keine Bestätigung für den haarsträubenden Quatsch über Dilatation und Kontraktion, sondern nur ein Hinweis auf die Messresultate, die so sind wie sie sind. Wenn jemand  erklärt hätte, etwa durch eine plausible Theorie, weshalb und warum die Lichtausbreitung quasi-galileisch relativ funktioniert, dann dürfte diese Person bis auf weiteres annehmen, dass ihre Erklärung nicht falsch ist.

Ganz nebenbei: Der Gamma-Hammer (auch bekannt als Lorentzfaktor) erklärt nichts. Er tat es schon bei Woldemar Voigt 1887 nicht. Auch bei H.A. Lorentz blieb unklar, weshalb die Objekte in Bewegungsrichtung (kräftefrei) kontrahieren sollten. Die Formelgläubigkeit war um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert noch sehr ausgeprägt.

 Wissenschaftliche Aussagen erfordern Eindeutigkeit

Ein physikalisch beschriebenes Objekt kann nach Maßgabe logischer Analyse

  • nicht mehrere Eigenschaftswerte annehmen, etwa verschiedene Längen führen, und
  • nicht in Abhängigkeit vom jeweiligen Betrachter unterschiedliche Eigenschaftswerte vorspiegeln,

weil dadurch allen Aussagen über den Zustand des Objekts an Eindeutigkeit fehlen wird.

Die Behauptung, dass die Lichtgeschwindigkeit in allen Fällen gleich bemessen werde, kann mit einem Paarvergleich nicht ansatzweise begründet werden: Jenseits des einzelnen Paares gibt es kein Vergleichsmaß

Im Kern behauptet Einstein, dass alle Beobachter mit entsprechend hergestellten τ-Maßen die Lichtgeschwindigkeit messen zu c=λ/τ. Das kann er jedoch grundsätzlich nicht begründen, weil seine Darlegungsversuche nicht über die Eigenschaftsmenge eines einzelnen Paarvergleichs hinausgehen.
Es wäre eine Bestätigung für die Theorie Einsteins, wenn alle Paare unterschiedliche Geschwindigkeiten messen.

Wissenschaftlich begründbare Aussagen über den Bewegungszustand eines Objekts werden dann bedeutungslos und hinfällig, wenn es eine potenziell unendliche Zahl von ebenso begründbaren Aussagen zur selben Eigenschaft desselben Objekts gibt, die abweichende Eigenschaftswerte behaupten.

Die Wissenschaft von der Absurdität wurde irgendwann, weitgehend unbemerkt, im 20. Jahrhundert zur Wissenschaft erklärt. Jemand, der Relativität propagiert, kann nicht mit einer Zustimmung rechnen, die einer Begründung entstammt. Beispiel:
Wenn z.B. die Ästhetik –wie häufig zu hören ist– im Auge des Betrachters liegt, ist die Aussage derart, dass ein Objekt besonders schön sei, nur eine Verklausulierung einer Präferenz „Das finde ich toll!“ und bleibt ohne jeden Wahrheitsanspruch.

Der Paarvergleich kann jeweils nur zwei Objekte erfassen. Im Relativismus haben alle Objekte die gleiche Lichtgeschwindigkeit nur, wenn sie im selben Paar stehen. Nur zwei Objekte sind mit ‚alle‘ gemeint.

Objektidentität, wozu braucht man das?

Der Relativismus gibt Objekten je nach Partnerobjekt unterschiedliche Eigenschaftswerte, ohne einzuräumen, dass dadurch die Objektidentität verloren geht — mit erheblichen Folgen: Das Schema der Komparativität

a ~ bb ~ ca ~ c

kann nur für Objekte gelten, die identisch bleiben, so dass die symbolische Identität

 z ~ z

die logische oder die physische Identität der Objekte kontextunabhängig in die Darstellung übernehmen kann. Wenn das Objekt b je nach Vergleichssituation s zu f(s,b) mutiert, kommt höchstens dieses Schema

 a ~ f(a,b) ∧ f(c,b) ~ c

in Frage, das den Kontext des Vergleichs erhält und zu keinen Schlussfolgerungsversuchen Anlass gibt.

Einsteins Theorie umfasst insgesamt vier Objekte:

  1. Die Lichtgeschwindigkeit,
  2. zeitliche Dauer,
  3. Objekt A und
  4. Objekt B.

Alle Allsätze in Einsteins Theorie sind auf maximal zwei Objekte mit realer Existenz begrenzt. Seine Theorie hat kein Maß und kein Mittel, das die Einheit der Lichtgeschwindigkeit erfasst. Jedes Pärchen von Objekten kann seine eigene Lichtgeschwindigkeit ansetzen, bemessen und behaupten. Die Rede von der Eindeutigkeit und der Einheit der Lichtgeschwindigkeit ist eine Suggestion.

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5 Gedanken zu “Einsteins MEGA-SUGGESTION

  1. Aus dem Board:
    Hallo!
    Ich brauche eine Herleitung des Lorentzfaktors, der auch […] zu verstehen ist. Kann mir jemand weiterhelfen? Bei wikipedia habe ich bereits geguckt, da werden jedoch Rechnungen verwendet die ich nicht verstehe.

    Hallo,
    hast du es schon mit der Lichtuhr versucht? Sie eignet sich für eine recht leicht verständliche Herleitung der Zeitdilatation, die mit dem Satz des Pythagoras arbeitet. Eine einfachere Herleitung für den Lorentzfaktor wirst du wohl nicht finden!

  2. Vorweg:
    Das sogenannte Allg. Relativitätsprinzip halte ich für einen Quatsch aus der Schreibtheorie, wo man aus der Täter- oder der Opfersicht schreiben soll, um Spannung zu generieren. Dabei endet jedoch die Opfersicht mit der Tat. Für Einsteins präoperativ arbeitendes Gehirn war grundsätzlich nicht erkennbar, ob die Tat schon erfolgt war oder nicht.

    Warum ist das Allg. Relativitätsprinzip Nonsens?
    Wenn Sie die Natur beschreiben wollen, müssen Sie zunächst die Natur verstehen wollen. Sie können nicht mit vorgefassten Glaubenssätzen anreiten und loslegen. Man kann die Erhaltungssätze als generelle Annahmen verwenden, um Analysen zu starten, muss sich aber dessen stets bewusst sein, weil die Grenzen nicht immer offensichtlich sind.
    Die Henne legt bekanntlich das Ei. Eine Beschreibung aus der Sicht der Henne („Ahh! Ei gelegt!“) ist ebenso möglich wie aus der Sicht des Eis („!“, Anmerkung des Autors: Kein Verhalten des Eis erkennbar.)
    Wer nun die Schreibtheorie Einsteins als (wieder einmal wörtlich genommenes) Prinzip missversteht, läuft gegen die Wand. Er bekommt vom Ei keinen Piep, solange es noch nicht existiert. Daran gibt es auch nichts zu beschönigen oder zu dilatieren!
    Übrigens:
    Aus der Sicht der Lichtwelle fährt die abstrahlende Lok mit c rückwärts, wozu sie lt. A. E. unendlich(!) viel Energie bräuchte. Wenn das eine Anwendung des Allg. Relativitätsprinzips ist, gilt: Weil die Lok das aus verständlichem Mangel an Energie nicht schaffen kann, ist die Behauptung falsch, dass das Licht c erreiche.

    • http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/wissenschaft-absurd-ein-datensatz-29-ergebnisse-a-1056704.html

      Schon vor Jahrzehnten hatte der Physiker Richard Feynman (1918-1988) beobachtet, wie leicht es in der Wissenschaft zu Verzerrungen kommt. Neue Berechnungen von Naturkonstanten lagen oft näher an bereits veröffentlichten Werten, als man es im Rahmen der Standardmessfehler erwarten würde. Feynman begriff: Wissenschaftler tendieren eher dazu, bekannte Ergebnisse zu bestätigen als diese infrage zu stellen. Alles, was nicht zu diesen passt, wird wegdiskutiert oder verworfen.
      Feynmans Fazit lautete daher, dass Wissenschaftler penibel darauf achten sollen, dass sie sich nicht selbst täuschen. „Denn man selbst ist die Person, die sich am leichtesten täuschen lässt.“

  3. Das Dogma 1 „das Licht der vorwärtsfahrenden Lok hat in jedem Inertialsystem die Geschwindigkeit c“ ist ein fataler Analysefehler. Bitte logisch bleiben:

    • Wenn c die maximale Geschwindigkeit ist, die ein Objekt erreichen kann, was soll dann der Additionsversuch mit (c+v) bringen?
    • Sollte die Natur tatsächlich solch eine Klapsmühle sein, dass beharrlich Energie zu verschwenden versucht wird?

    Das Dogma 2„der Messwert ist unabhängig vom Bewegungszustand der Quelle und des Empfängers“ ist Ausdruck eines bedauernswerten Wahnerlebens (der krampfhaften Verteidigung einer Überzeugung, die durch keine Erfahrung oder Evidenz gestützt wird), wie sie eigentlich nur bei fanatisch konstituierten Gruppen zu erwarten ist, wo der Verlust der Gruppenzugehörigkeit den Existenzverlust bedeutet (wegen der fehlenden Identität des Individuums).
    In der Wissenschaft ist nicht zu erwarten, dass Fanatismus und Glaube an erster Stelle rangieren.

    Jeder, der einer Welle entgegentritt, wird sie deswegen eher erreichen, als wenn er stehen geblieben wäre. Man braucht keinerlei Dilatations- oder Kontraktionsvorschriften zu verletzen, um das zu beweisen:
    • Die ferne Lok schickt Licht zu mir und zu meinem Sohn, der neben mir steht.
    • Ich gehe einen Schritt vor und bleibe stehen.
    • Eine Sekunde später trifft das Licht der Lok bei mir ein.
    • Kurz danach trifft das Licht der Lok meinem Sohn.
    Eine Stunde später wiederholen wir das Experiment: Dieses Mal rollt mein Sohn auf dem Skateboard ganz langsam nach vorne.
    • Irgendwann später trifft das Licht der Lok bei ihm ein.
    • Kurz danach trifft das Licht der Lok auch mich.

    Weil man jede gleichmäßige Bewegung durch sein (sogar ziemlich willkürlich wählbares) Paar von beschleunigten Bewegungen ersetzen kann, so dass man in der gleichen Zeit das selbe Ziel erreicht, greift das aufgeblasene System des Relativismus (von Bewegungszustandsunabhängigkeit) in die Tonne.

    Lee Smolin, „Trouble with physics“, 2006, S. 219
    “A consequence is that the speed of light must be considered a constant, independent of the motion of the light source or the observer. No matter how we are moving each other, you and I will attribute exactly the same speed to a photon.”

    Lee Smolin, „Trouble with physics“, S. 228
    “The measurement of time and distance vary from each other in such a way that one speed, that of light, is universal.”

    Leute wie Einstein halten sich einfach an garnichts, auch nicht an selbst erfundene Prinzipien!
    Einstein ist für die theoretischen Physiker Gott und Vorbild zugleich. Sie machen es wie er und wollen so sein wie er.

    S. 239 „We need a theory about whats make up space”
    Background-independence: Koordinatenfrei bzw. Begründungsfrei sollen die Theorien der Physik fortan sein, weil das Einstein so gewollt hätte.

    Euklidische Annahmen werden abgelehnt. Es wird erwartet, dass die Beschreibung der Lösung ihre Geometrie selbst mitbringt. Dann stellt Lee Smolin erstaunt fest, dass das Gleichungssystem unzählige Variablen und Unbekannte besitzt und so nicht zu lösen ist. Schließlich sieht man ein, dass die Quantengravitation nicht ohne weiteres zu bekommen ist und das bedeutet, krasse Annahmen zu treffen etwa die, dass der leere(!) Raum aus Atomen bestehe.

    Wenn der Verstand aussetzt, dann studiert man Physik.

    Ob man alle Annahmen in einem Gleichungssystem formuliert oder in einem zweiten, das man vom ersten abhängig macht, das wird gleich bleiben. Wer glaubt, ohne Annahmen formulieren zu können, oder wer annimmt, dass Einsteins Feldgleichungen annahmefrei sind, unterliegt einer möglicherweise wahnhaften Illusion. Werden Einsteins Feldgleichungen von einem Beduinen verstanden? Oder von einem Klingonen?

    Smolin folgt dem modelltheoretischen Denken, wonach die formale Darstellung, wenn sie eine Instanz besitzt, also widerspruchsfrei belegt werden kann, als Modell der beschriebenen Wirklichkeit gelten kann. Die Existenz eines Modells belegt nicht nur die Korrektheit des Formalismus, sondern auch die (formale) Adäquatheit der Annahmen. Smolin geht noch weiter, er wählt die Kripke-Semantik:
    S.235: „These are important results, because the fact that there is a model of a possible world where DSR is true guarantees the consistency of the theory“. Die mögliche Welt ist in diesem Fall eine zweidimensionale Welt, wo es keine Masse und keine Energie gibt.

    Man darf die Modelltheorie ohne weiteres als verschwenderischen Ansatz auffassen: Es werden so viele Formeln aufgestellt, wie man braucht, bis die widerspruchsfreie Belegung aller Variablen gefunden wird. Wenn das schließlich gelingt, stellt man die Frage, wie die damit beschriebene Welt aussieht und ob die bis dorthin eingearbeiteten Bedingungen, Annahmen und Implikationen mit den Beobachtungen in unserer Realität zusammenpassen können. Das kann ein wenig an die Schreibtheorie erinnern, wo man die Idee verfolgt, einfach drauflos zu schreiben, um erst am Ende zu entscheiden, ob das Werk stimmig und akzeptabel ist.
    In der schaffenden Kunst ist dieser Ansatz unüblich, weil er mit einem hohen Ressourceneinsatz verbunden ist. Die Erzeugung künstlerischer Werke auf Verdacht oder Vorrat widerspricht dort dem generell geltenden Anspruch, von ausgeprägtem Können oder wertvollen Inspirationen geleitet zu sein, wenn man künstlerisch tätig wird. Der Künstler startet kein Werk ohne Inspiration.

    Physikalische Werke werden sehr häufig wie Kunstwerke betrachtet, von „fantasically beauty“, symmetric und supersymmetric ist die Rede. S, 65 „SU(5) was such a beautiful theory.”

    Mit ihrer Massenproduktion an Theorien ist die theoretische Physik nun in eine Sackgasse geraten. Smolin beklagt eine seit nahezu 50 Jahren fruchtlose Forschung. Jeder Schuhverkäufer hätte es ihm anhand seiner Erfahrungen aufzeigen können, dass über die Masse keine Klasse zu erreichen ist. Und dass der krampfhafte Versuch, ein Männchen namens Einstein zu imitieren, zu einer unübersehbar großen Zahl widerstreitender Annahmen führen wird, die in möglichen Welten, wild und ohne Bezug zu messbaren Resultaten bleiben.
    Wer die Massenproduktion als Strategie wählt, muss bereit sein, lange Perioden absoluter Erfolgslosigkeit zu ertragen oder sein Scheitern akzeptieren.

    S.229 “the trick that made relativity special had now been played twice.”

    Smolin singt das Hohelied auf die Ideen Einsteins. Dann geht er hin und modifiziert die SRT so, dass die Plancklänge als die kleinste messbare Distanz auftritt (DSR). Das gelingt ihm durch Anwendung eines Tricks, den er bei seinem Meister abgeschaut hat: Er lässt die Längenmessung nicht direkt ausführen, sondern nur indirekt. So versteht er auch die SRT: Dass man die Lichtgeschwindigkeit nur indirekt, über die Längen und die Frequenzen messen dürfe.

    S. 240 „many quantum-gravity theorists believe that there is a deeper level of reality where space does not exist.” “What many of us in quantum gravity mean when we say that space emergent is that the continuum of space is an illusion.” “The spacetime geometry contains information” “Causality is fundamental”

    • Ich dachte bisher, dass die Akzeptanz des zweiten Dogmas auf den Einstein-Kult begrenzt sei, auf wenige orthodoxe bzw. fanatische Kreise.

      Das erste Dogma „das Licht der vorwärtsfahrenden Lok hat in jedem Inertialsystem die Geschwindigkeit c“ kann man wohlwollend so verstehen, dass die Geschwindigkeit selbst aufgrund eines nicht näher bestimmten Zusammenhangs weder erhöht noch verringert werden kann. Das ist als Annahme zulässig, wenn man anschließend die brennende Frage klären kann, warum das so ist. Nur, wie werden wir das klären? Warum wurde es bis heute noch nicht so geklärt, dass man die Frage nicht mehr zu stellen braucht oder einsichtige Erkenntnisse das Warum überflüssig machen?
      Die Antwort auf das erste Dogma ist sein 110 Jahren offen.

      Das zweite Dogma „der Messwert ist unabhängig vom Bewegungszustand der Quelle und des Empfängers“ ist weitaus interessanter.
      Die Fassung von Smolin “The measurement of time and distance vary from each other in such a way that the speed of light is universal” kann man resignativ deuten mit “Das ist so wie es iss!”, wenn man nicht wüsste, was damit gemeint ist:
      (a) Nimm das Licht zur Einstellung deiner Uhr und
      (b) Miss damit die Distanz!
      Man hat damit keine Chance, zu überprüfen, ob die Lichtgeschwindigkeit evtl. nicht mit dem als konstant angenommenen Wert abweicht: Die Zeitdauer wird jeweils so eingestellt, dass die dazu passende Länge gemessen wird. Das ist ein Naturgesetz!
      Nein! Das ist allergrößter Unsinn, das einzige, was dafür notwendig ist: Die Richtgeschwindigkeit muss in (a) und (b) die gleiche sein. Man kann die Zeitdauer einer vorbeifahrenden Lok nutzen, um eine Sekunde auf einer funktionierenden Uhr einzustellen. Wenn die gleiche Lok wieder vorbeifährt, kann man die Länge der Lok vorhersagen! Ist das nicht magisch?

      Was ist also mit dem zweiten Dogma gemeint?
      Das ist die Messvorschrift zum Erhalt des ersten Dogmas. Wenn sich zwei Leute vor den Zug stellen und einfach die Stoppuhr drücken beim Lichteinfall, verstoßen sie gegen das zweite Dogma. Lee Smolin hat selbst beschrieben, wie sich das anfühlt, auf S.229 „our calculations … appeared to contradict Einstein’s special theory of relativity. That possibility was too scary to contemplate.”

      Wie kann man gegen das zweite Dogma verstoßen?
      Das zweite Dogma ist nicht explizit beschrieben, sondern nur implizit: Du wirst so messen, dass die konstante Lichtgeschwindigkeit herauskommt. Der Imperativ wird weggelassen und alles wird dadurch zu einer Imaginationsanleitung, mit suggestiver Wirkung, wo ganz konkrete Anweisungen auftauchen. Der Laie kann das nicht verstehen, weil da von Messwerten die Rede ist. Nur der entsprechend vorgeschulte Student wird die richtige Vorstellung haben, nämlich, dass die Zeitmessung nur mit der Lichtuhr funktioniert. Der Laie staunt: Was soll eine Lichtuhr sein?

      Da man die beiden Längenmaße in jedem Objekt nebeneinander halten kann, ist die Idee Einsteins nicht praktikabel, denn wir müssten für jeden Handelspartner im Universum eigene Längen- und eigene Zeitmaße verwenden, in Abhängigkeit davon -Achtung, und jetzt aufpassen-, mit welcher Geschwindigkeit man sich gerade trifft.

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