Hat Einstein die Kreiszahl pi entdeckt?

Früher verehrte man das Kindelein in der Grippe im Kontext der anbetungswürdigen Jungfräulichkeit, heute beten sie den untoten Einstein an. Die Faszination für die Mysterien kann nach wie vor die menschliche Aufmerksamkeit steuern.

Der Trigger der Anbetung funktioniert so: Die überraschende Erkenntnis, die dazu dient, den menschlichen Horizont zu erweitern und ihn hinausblicken lässt über alles Irdische, sie wird dazu benutzt, im Augenblick den staunend Hilflosen einzufangen und ihm einen Gedankengang als vermeintlich klaren einzuflößen. Dabei sollte die argumentative Verwertung mystischer Vorgänge, volkstümlich „Wunder“ genannt, schon längst verboten worden sein.

Paul Ehrenfest stellte in 1909 fest, dass ein rotierender Zylinder, wenn er den Gesetzen der Speziellen  Relativitätstheorie gehorchen würde, an Umfang verlieren müsste, obwohl er seinen Radius beibehält. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit, ein radikaler Widerspruch in der Euklidischen Geometrie, die allen Schulkindern lehrt, dass der Kreisumfang das Pi-fache seines Durchmessers beträgt.

In 1912 schrieb Einstein, dass das Verhältnis des Kreisumfangs zu seinem Durchmesser von der Kreizahl pi abweichen müsste, wegen der Lorentz-Kontraktion!

Später, im Jahr 1919, erklärte Einstein, warum es faktisch unmöglich sei, dass ein scheibenförmiger Festkörper in Rotation versetzt wird:

„One must take into account that a rigid circular disk at rest would have to snap when set into rotation, because of the Lorentz shortening of the tangential fibers and the non-shortening of the radial ones. Similarly, a rigid disk in rotation (made by casting) would have to shatter as a result of the inverse changes in length if one attempts to bring it to the state of rest. If you take these facts fully into consideration, your paradox disappears„.

Worin bestand doch gleich des Meisters Lösung?

Ach ja: „Die Scheibe zerspringt! Es gibt keine rotierenden starren Scheiben, weil sie alle miteinander bereits beim Anlassen zerspringen müssen!“

Aus Erfahrung wissen wir, dass täglich unzählige CDs und DVDs beim Rotieren ziemlich starr bleiben, während ihre Oberfläche von einem Lichtstrahl abgetastet werden und dabei ganz selten zerspringen. Die Logik, die Einstein benutzt, ist bekannt aus dem Jahr 1905, wo er sich über die Asymmetrie im Verhältnis zwischen Magneten und Leiter auslässt und glaubt, diese durch sein Relativitätsprinzip erklären zu können – die Unipolarinduktion hatte er vermutlich ’nicht auf dem Schirm‘.

He realized that the distinction between electrical and magnetic effects depends on the motion of the observer. (Lee Smolin, S.36)

Seine Anhänger scheinen noch weniger dazu zu neigen, ihren Verstand zur Sorgfalt in der Analyse zu bewegen.

Was sich für Ungläubige oder Skeptiker als völlig absurd anhört, wird heute fast überall in der Wissenschaft vom Nonsens, die sich selbst Physik nennt, praktiziert:

Dieser scheinbare Widerspruch zeigt also, dass starre Körper im Allgemeinen zur Relativitätstheorie im Widerspruch stehen. Dies steht in Zusammenhang mit der Konsequenz der Relativitätstheorie, dass Wirkungen sich nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten können. Es ergeben sich dadurch allgemein folgende Konsequenzen:
Eine Scheibe kann nicht wie ein „starrer Körper“ vom ruhenden Zustand in Rotation versetzt werden, folglich existieren keine starren Körper.

The Ontologic Principle

Die Theorie besagt: Mäuse konnen nicht fliegen. Was folgt daraus?
Es gibt keine Flugzeuge!

Das ist doch Unsinn! Wie soll man das aus dem ersten Satz ableiten können?

Ganz einfach: Hochbezahlte Experten haben eine vielseitig nutzbare und äußerst robuste Theorie entwickelt, die prognostiziert, dass keine Maus jemals den Zustand des Fliegens erreichen kann, weil sie beim Versuch, mit großer Geschwindigkeit vom Boden abzuheben, dabei kopfüber auf ihrer Nasenspitze rotierend, sofort zerbersten würde. Lebende Mäuse können offensichtlich nicht fliegen. Das ist eine großartige Bestätigung für die Theorie!

Das erklärt doch nicht, weshalb es keine Flugzeuge gibt!

Auch diese Tatsache ist eine großartige Bestätigung für die Theorie  und — Fledermäuse sind bekanntlich keine Flugzeuge.

Den Einstein verstehen

Man kann Einstein bekanntlich verstehen. Wie das funktioniert, wird jetzt hier vorgemacht. Bitte lesen Sie den folgenden Absatz:

Dieser scheinbare Widerspruch zeigt also, dass starre Körper im Allgemeinen zur Relativitätstheorie im Widerspruch stehen. Dies steht in Zusammenhang mit der Konsequenz der Relativitätstheorie, dass Wirkungen sich nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten können. Es ergeben sich dadurch allgemein folgende Konsequenzen:
Eine Scheibe kann nicht wie ein „starrer Körper“ vom ruhenden Zustand in Rotation versetzt werden, folglich existieren keine starren Körper.

Bitte lesen Sie den Absatz nochmals, ganz langsam. Falls Sie noch immer  nicht das Gefühl entwickeln konnten, den Inhalt verstanden zu haben, tun Sie es bitte nochmals, indem Sie dabei ganz bewusst vor jedem Satz einatmen. Um anzuzeigen, dass Sie einen Satz verstanden haben, atmen Sie tief aus!

Nicht umsonst wird von den führenden Lehrbeauftragten der Relativitätstheorie empfohlen, die Originaltexte zu studieren, eine Empfehlung übrigens, die auch für den Koran und die Bibel sehr gerne gegeben wird.

Wenn Sie nun oft genug und langsam genug den obigen Text gelesen haben, sollten Sie entspannen, während ich Ihnen erkläre, weshalb Sie ihn verstanden haben – aus Ihrer Sicht jedenfalls.

Mit Widersprüchen umgehen lernen

Unser Gehirn kann nicht leicht mit Widersprüchen umgehen: Ein Glas ist nicht leer und voll zugleich, es ist entweder voll oder leer, aber nicht beides. Die Ursache hierfür liegt vermutlich in der Physik: Das Gehirn speichert ähnliche Repräsentationen nebeneinander und sogar über- und ineinander. Erinnerungen vermengen sich um so mehr, je ähnlicher sie sich sind. Die Tatsache, dass das Glas voll ist, wird dort gespeichert, wo die Repräsentation des Glases im Gehirn liegt. An derselben Stelle wird gespeichert, wenn es leer ist. Nur so, dass es genau eine Repräsentation des Glases gibt, kann das Gehirn verhindern, dass es durcheinander gerät und z.B. erlauben würde, ein volles Glas zu füllen.

Beim wiederholten Lesen eines Textes wird das Gehirn in bestimmter Weise stimuliert. Wird dabei ein bekanntes Wort in seltsamer bzw. neuartiger Verwendung verstanden, lernt man beim Lesen die Bedeutung neu hinzu. Ein Wort kann -je nach Kontext- bekanntlich sehr viele Bedeutungen annehmen. Es werden beim Dazulernen die gewohnten Wortbedeutungen nicht verlernt oder gelöscht, sondern ergänzt. Das Dazulernen kann beim wiederholten Lesen eines Textes zum Schema werden, so dass die speziellen Wortbedeutungen des Textes vorrangig neu erfasst werden anstatt die bereits erlernten anzuwenden.

Wie man solche Anlerntexte verfasst, hat der Wikipedia-Autor des obigen Textes von Einstein gelernt. Zunächst schreibt er ein Wort, das er speziell verwenden möchte, in „Gänsefüschen“. Dann schreibt er es gänzlich ohne diesen Hinweis, wohl in der Annahme, dass der Leser selbständig seine eingeübte Wortbedeutung auf den speziellen Kontext anwendet. Mit diesem Schritt kann die Bedeutungsumkehr eingeleitet werden, die wie eine Überraschung (das sog. kreative Moment) funktioniert, mit der Folge: Der Leser merkt plötzlich, dass er das alles verstehen kann. Sein Gehirn hatte ihm nämlich signalisiert, dass es den Alltagsbegriff sowieso versteht und aus diesem Grund den Einstein versteht.

Tatsächlich hat der Leser aber eine neue Bedeutung für ein bekanntes Wort dazugenommen. Er hat erlernt, was Einstein mit „starrer Körper“ meint: „Ein Körper, der nicht rotieren kann“. Und weil alle Körper erfahrungsgemäß rotieren können, sogar tote Mäuse, kann es keine „starre Körper“ geben. Damit hatte Einstein völlig recht. Der Wikipedia-Autor natürlich auch.

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Ein Gedanke zu “Hat Einstein die Kreiszahl pi entdeckt?

  1. Wenn Schwachsinn keine Grenzen kennt:

    Thomas Bührke bzw. der Autor von „How to make money out of Einstein’s ideas?“

    „Einstein folgerte: Je schneller man sich bewegt, desto langsamer vergeht von außen betrachtet die Zeit. Für einen Reisenden in dem bewegten System vergeht die Zeit jedoch so langsam wie immer. Anhand der Lichtuhr kann man auch sehr leicht die Formel für die Zeitdilatation, also die Verlangsamung der Zeit, herleiten.“

    Die Menschen haben ein enormes Potenzial, einander falsch zu verstehen. Die Annahme, dass man jemanden versteht, nur deshalb für wahr zu halten, weil man dessen Worte erkennt, ist weit verbreitet und vielfach verkehrt.

    Wenn da jemand sagt: „desto langsamer vergeht die Zeit“ dann kann er meinen:

    „Das Ergebnis sähe genauso aus [wie entlang der Lotrechten], wenn man dort [entlang der Diagonalen] weniger Zeit ansetzen würde.“

    Da hat jemand eine Idee vor Augen, die er ungenügend beschreibt. Die Idee ist, dass der beobachtende Einstein dem diagonalen Lichtstrahl weniger Zeiteinheiten zubilligt, die er zur Bemessung von dessen Dauer und Länge einsetzen kann, als dem lotrechten Strahl.
    Wer mit Zeit und Raum jongliert, sollte wenigstens in der Lage sein, seine Visionen verständlich zu machen. Das bedeutet nicht mehr oder weniger, dass er einen zweiten findet, der ihn versteht und er sich vergewissert, dass das der Fall ist. Es ist nicht die Aufgabe des Jongleurs, die Gewissheit herzustellen, aber die Pflicht des Wissenschaftlers!

    Einstein hat schon sehr früh damit begonnen, seine Ideen der breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Schließlich waren sie von anderen so herrlich gründlich missverstanden worden, dass er sich davon wieder zur Entwicklung neuer Ideen inspirieren ließ.

    Die Faszination für das Unerklärliche ist auch heute noch der Antrieb für die Bücherflut about that Nonsense.
    Prof. Albert Einstein: “Was der Arbeiter von der Relativitätstheorie wissen muss”, Berlin, 26.10.1931

    Von Jesus Christus hat man noch verlangt, dass er selbst es vormacht, wie man der Monotonie der Zeit entrinnt. Er ist definitiv von den Toten auferstanden! Warum? Weil es in der Bibel steht!
    Von Albert Einstein verlangt man nicht einmal, dass er es vormacht, wie es funktioniert, den Lauf der Zeit auszutricksen. Er hat die Ideen geliefert, die Zeit wie einen Raum zu behandeln, den man nach Belieben betreten und verlassen könne. Die Beschreibungsmittel der Phymatik (Viertupel und Minkowski-Raumzeit) wurden um die Welt der formalen Möglichkeiten ergänzt. Konsistent war eine Theorie (vom Hilbert-Typus) fortan, wenn man sie vollständig beschreiben konnte.

    Der collapsus in adjecto:
    Der Relativismus ist nicht konsistent zu bekommen, weil niemand (von beliebig vielen Beobachtern) die Verpflichtung eingeht, die gegebene Beschreibung genau so zu verstehen (im Sinne von nachvollziehen), wie sie der Propontent gemeint hat.
    Der Clou am Relativismus:
    Jeder darf seine Sicht der Dinge beschreiben und sagen, was er will.
    Und jeder kann verstehen, was er will. Es gibt kein Kontrollsystem, das die Kohärenz der Sichten überprüfen oder herstellen kann. Paradebeispiel: Die Definition der Gleichzeitigkeit bei Einstein. Sie ist vollständig misslungen, denn sie besteht aus drei Formeln (t‘-t usw.), die miteinander ausgewertet ergeben, dass die Gleichzeitigkeit nur im unbewegten Zustand (v=0) erfüllbar ist.

    Die logische Konsequenz daraus ist, präzise unter der Annahme, dass der Ansatz des Einstein, Gleichzeitigkeit zu definieren der einzig richtige: Es gibt außerhalb der Bedingung (v=0) keine Gleichzeitigkeit, also gar keine und keine, über die man etwas (Vernünftiges) aussagen könnte.
    Die Behauptung, mit der Übertragung der Lorentz-Kontraktion in die Zeit einen solchen Zusammenhang analog zum Lorentzfaktor bilden zu können, setzt schon wieder etwas voraus, was als unmöglich existent beschrieben wurde: Die Vergleichbarkeit von Zeit.

    Da die Gleichzeitigkeit die Identität von Zeitkoordinaten erst definiert, ist an dieser Stelle alles zu Ende, was man dazu sagen könnte. Ohne den Vergleich zwischen t1 und t2 kann man mit t1 oder t2 nicht weitermachen. Die Annahme t=t’=0 findet man jedoch „der Kürze halber“ gleich danach in Einstein’s Text: Einstein hält sich nicht an das, was er predigt. Solch ein Verhalten wird allerdings den Scharlatanen vorbehalten.

    Der späte Witz an diesem Versuch, die Gleichuhrigkeit zu definieren, ist jedoch, dass man den Vorgang der Lichtausbreitung mit beliebigen Vorgängen tatsächlich synchronisieren kann. Das gelingt genauso einfach wie die Rotation von starren Körpern. Durch die Betrachtung von Formeln, die den Tatsachen der Wellenausbreitung nicht entsprechen, kann es jedoch niemals gelingen.

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