Das Genie und der Kühlschrank

Fakt ist: Ein präoperational denkendes Gehirn kennt keine logisch-konsequenten Handlungsfolgen. Um so erstaunlicher erscheinen uns die geistigen Leistungen Albert Einsteins, z.B. seine vielbeachtete Dissertation und seine Patente. Die Wechselbeziehungen zwischen allen technischen Funktionseinheiten im Blick zu halten ist ein große Herausforderung, für alle Entwickler.

Wie konnte jemand, der wie Albert Einstein massiven Beschränkungen bei der Analyse und Beurteilung von logischen Zusammenhängen unterliegt, derartig hoch gehandelte Leistungen hinbekommen?

Die Logik lässt uns nur eine Antwort: Gar nicht, weil er es nicht konnte.

Albert Einstein konnte keine dieser Leistungen alleine hervorbringen. Er musste logischer Weise in allen Fällen die Hilfe einer betreuenden Person in Anspruch nehmen, der er vertraute und die in der Lage war, seine Ideen und Vorstellungen in logische Bahnen zu lenken. Die Bewunderung, die Albert Einstein vielfach entgegen gebracht wird, ist demnach eine Konsequenz „betreuten Denkens“, wie man die

  • mit öffentlichen Mitteln geförderte und
  • zur Massenverblödung beitragende Popularisierung und
  • unwissenschaftliche Verbreitung des Einstein-Kults

auch bezeichnen könnte.

In der Überschrift ist z.B. zu lesen:

Albert Einstein brillierte nicht nur in der theoretischen Physik. Das Genie hat auch einen Kühlschrank erfunden.

Demnach muss wohl gelten: Das größte Genie aller Zeiten hat sogar einen Kühlschrank erfunden. Dem Kleingedruckten kann man u.a. entnehmen:

  1. ‚Allein nach den Originalpatentschriften könnten wir das Gerät nicht nachbauen‘, hat Engels in monatelangem Tüfteln herausgefunden.
  2. ‚Die Daten und Maße stimmen hinten und vorne nicht, klagt Engels.
  3. Kopfzerbrechen bereitet den Physikern noch ein passender Absorber.
  4. Laut Patentschrift verbraucht das Gerät pro Tag einen Liter reinen Alkohol und ein Vielfaches an Wasser.
  5. ‚Wir haben so viel Arbeit reingesteckt, jetzt will ich es auch endlich bauen‘, sagt Engels.
  6. Dort wird das rund 1,50 Meter hohe Gehäuse gefertigt, das aus zwei Lagen Beton und einer Lage Kork besteht und somit mehr als 400 Kilogramm wiegt.
  7. Warum Einstein trotz der geringen Isolierfähigkeit ausgerechnet Beton verwandt hat, ist den Wissenschaftlern noch nicht klar.
  8. Knapp 50.000 Euro kostet die Entwicklung des ersten funktionstüchtigen Einstein-Kühlschranks.

Noch nicht genug?

Am 14. November 2005 sollte der „Einstein-Kühlschrank“ passend zu der laufenden Einstein-Ausstellung „Faszination Einstein“ der Universität Bremen im Haus der Wissenschaft aufgestellt werden.

Man darf ohne in Gefahr zu geraten, einer Fehleinschätzung zu unterliegen, anhand der im Spiegel-Artikel von 23.01.2005 genannten Fakten ableiten:

Es steht 8:1 gegen die These, dass Einstein ein genialer Kühlschrank-Erfinder war.

Jeder Wine cooler ist anscheinend besser geeignet als ein Kühlschrank, der selbst mehr eine Flasche Wodka pro Tag vertilgt. Man braucht offensichtlich keinen Betonbauer, keinen Brunnenbohrer oder Schnapsbrenner zu befragen, ob der von Einstein erfundene Kühlschrank jemals gebrauchstauglich gewesen sein konnte.

Warum diese Irreführung im Header?

„Wenn der deutsche Staat so viel Geld ausgibt, um einen Kühlschrank nachzubauen, der nie funktioniert haben konnte“, so der unbedarfte Spiegelreporter, „muss das einen wirklich großartigen Grund geben“.

Bei ihrer Arbeit werden Engels und seine Kollegen immer wieder mit dem genialen und mitunter auch gewitzten Geist des Erfinders konfrontiert.

Anderenfalls wäre das Verschwinden der Steuermittel nicht zu begründen gewesen. Daraus, dass man nichts Anderes weiß und das, was einem mitgeteilt wird, nicht zu hinterfragen in der Lage ist, ergibt sich die Notwendigkeit zur Großartigkeit des ‚Genies‘.

Wenn ich also ein Buch über den Einstein schreibe, das ich möglichst oft verkaufen möchte, welchen Titel sollte ich wählen?

„Einstein, vom Kühlschrank zur Atombombe. Ein Genie startet durch!“

Wenn es keine Rolle spielt, wie oft das Buch verkauft wird, das ich über Einstein geschrieben habe, nenne ich es:

„Einstein – Die wahre Geschichte.
Über die Unmöglichkeit von Irrtum in Wissenschaft und Religion.“

Uber den Einstein zu recherchieren darf nicht extrinsisch motiviert werden, denn dabei kommt nur das heraus, was wir schon wissen, aber nicht glauben müssen.

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4 Gedanken zu “Das Genie und der Kühlschrank

  1. So kommen die Märchen in die Welt und in Sophies Welt:

    Die Genialität Einsteins bestand darin, dass er die Ungereimtheiten in der Physik der letzten Jahrhundertwende zu einem Grundlagenproblem der Raum-Zeit-Struktur machte. Entsprechend grundlegend fiel auch seine Lösung aus. Primat seiner Bemühungen war das, was er innere Vollkommenheit einer Theorie nannte. Sein Ziel war es, aus einfachen Grundannahmen vielfältige Folgerungen zu gewinnen. Eine in seinem Sinne vollkommene Theorie konnte gar nicht falsch sein. Das, was er demgegenüber äußere Bewährung einer Theorie nannte, war ihm selbstverständlich und daher von nachgeordneter Bedeutung. In einem Brief an Max Born schrieb er: „Es ist eigentlich merkwürdig, dass die Menschen meist taub sind gegenüber den stärksten Argumenten, während sie stets dazu neigen, Messgenauigkeiten zu überschätzen. Der Erfolg seiner Theorie gab ihm Recht und ist bis heute ungebrochen. Als 1919 seine Vorhersage der Ablenkung des Sternenlichts durch die Schwerkraft der Sonne erstmals experimentell bestätigt werden konnte, wurde er weltberühmt. Die Krümmung des Raumes war in aller Munde.

    Newtons Vorstellung von der absoluten Zeit und dem absoluten Raum war widerlegt. Machte seine Kraftdefinition denn noch Sinn? Und was wurde aus seinem Gravitationsgesetz?

  2. Das Wort „Eigenlänge“ wird ins Englische mit „proper length“ übersetzt.

    Das ist missverständlich: Eigenlänge bezeichnet (a) Weltlinien der pseudo-Riemannschen Bogenlänge (b) die riemannsche bzw. euklidische Länge unter der Randbedingung fixierter Koordinatenzeiten. (a) ist eine Lorentz-Invariante, (b) ist eine maßstabsspezifische Grösse.
    Besser „Ruhelänge“ verwenden, denn das Wort „Eigenlänge“ wird häufig als „wahre“ Länge verstanden.

  3. Einstein hat die Sat-Schüssel erfunden!

    http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=10092870
    Außerdem gilt bei Attacken gegen die Relativitätstheorie erhöhte Vorsicht, weil ihr nach unserer Alltagserfahrung selbst heute noch revolutionär anmutender Inhalt in Verbindung mit dem einzigartigen Genie Einstein den Widerspruch geradezu herausfordert.

    Vor allem aber war es Einstein gelungen, die unversöhnlichen Gegensätze im Formalismus der klassischen Mechanik und der Elektrodynamik zu überwinden.

    Alle Experimente und Beobachtungen seither haben die Vorhersagen der Relativitätstheorie bestätigt.

    Die Relativitätstheorie wirkt sich sogar auf unseren Alltag aus. Wer sich zum Beispiel Satellitenprogramme im Fernsehen ansieht, profitiert von Einsteins Leistung.

  4. http://www.tagesspiegel.de/politik/erinnerung-an-roger-willemsen-grosse-verunsicherung-bei-der-belegung-der-pausenbrote/9660382-3.html

    Es gibt den Satz von Paul Valéry: Wer den Gedanken nicht angreifen kann, greift den Denkenden an. Oft zu erleben war die Herabsetzung des Menschen vor dem Argument: Ihr Gefasel. Sie sind ein Dummkopf. Sie sind faul. Sie haben nichts verstanden. Es werden dem politischen Gegner keine ehrenhafte Gesinnung unterstellt, sondern grundsätzlich die niedrigsten Beweggründe. Das ist der Standard des Parlaments.

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