What if

LorentzFuckWhat if relativity was a Lorentz trick?

Möchten wir das wirklich wissen? Angenommen, die Lorentz-Transformation ist nur eine formale Beschreibung der Lichtausbreitung unter der Bedingung, dass sie relativ sei. Dann wäre die Lorentz-Transformation eine Metatheorie, die kaum bis keine Hinweise

Schelm Lorentz

Hendrik Antoon Lorentz

auf kausale Zusammenhänge liefert, dabei nur formal erfasst, was wäre, wenn alles so wäre, wie man es annimmt. So beschreibt eine Metatheorie nur ein mögliches Resultat. Sie gibt keine kausalen Hinweise. Das darf man schon deshalb vermuten, weil in der SRT keine physikalischen Erklärungen gegeben werden, wie das H.A. Lorentz noch 1895 versucht hatte, mit der Kontraktionshypothese.

Die Interpretationen des Vortrags von Albert Einstein aus dem Jahr 1905 verschwimmen. Zwischen der Annahme echter Effekte auf Zeit und Raum und dem reinen Schein, der bei relativen Beobachtungen unvermeidbar ist, eröffnen sich Spielräume für Deutung und Dogmen. Kausal kann Einstein nichts dazustellen, in jener Weise, wie die klassische Physik die Welt vorgab zu beschreiben.

Was wäre wenn?

Wenn die Lichtausbreitung keine Beziehung zur Lichtquelle eingeht, stehen wir alle mit unseren gewohnten Annahmen im Regen. Schon die Überlegung, dass unser Bild vom stehenden Apparat, der Licht aus einer stehenden Lichtquelle aussendet, so wie wir ihn ruhend vor uns sehen, wäre falsch. Der Apparat bewegt sich zwar nicht uns gegenüber, er selbst ist ja relativ, das Licht wäre es nicht. Also müssen wir überlegen, welches Bild entsteht, wenn der Apparat davon läuft und das Licht dabei nicht mitnimmt.

moving lights source

Moving light source

Unser gewohntes Denken müsste revidiert werden. Die diagonalen Linien zeigen an, was wir dabei überhaupt wahrnehmen können. Die Lichtwelle, die bei T=(0,0) gezündet (dieses Wort passt gut) wurde, hat sich bis zum Punkt V ausgedehnt. Während dessen schob sich die Lichtquelle T nach (2.5,0), nicht ohne dabei weitere Wellen zu zünden. Da zeigt sich schon ein Unterschied zur mitgeführten Lichtquelle: Die Bewegung v der Lichtquelle sowie die Position der Lichtquelle v(t) sind entkoppelt von der zuvor gezündeten Lichtwelle. Wollte man nun die Lichtausbreitung über die gemeinsame Zeitvariable t beschreiben und dabei den Beobachtungsortbeibehalten, wird es eng: 

Die gemeinsame Zeit von Lichtquelle und Lichtwelle endet beim Verlassen der Lichtquelle.

Das ist konträr zu den Fällen, die wir als relativ und alltäglich verstehen: Der Torhüter fliegt mit dem wuchtig geschlagenen Ball in’s eigene Tor. Mit dem Auftreffen des Balls startet die Wechselwirkung und bietet die vereinfachte Möglichkeit, mit nur einer Zeitvariablen die Bewegung beider Körper zu beschreiben.

Wer mit dem Punkt T unterwegs ist, wird seine eigene Bewegung nicht feststellen können, da ihm T dafür keinen Anhaltspunkt bietet. Mehr noch: Er wird jeden Körper, der sich entlang der y-Achse in gleichbleibenden x-Abständen zu ihm bewegt, wie in einer lotrechten Bewegung wahrnehmen, die parallel zur y-Achse erfolgt. Alle  Bewegungen entlang der diagonalen Linien, z.B. von V in die Richtung von T, erscheinen jedem Beobachter lotrecht, der mit der gleichen Geschwindigkeit nach +x läuft. Für alle Beobachter ist die lotrechte Strecke ist kürzeste.

Wem die diagonale Distanz von (0,0) nach Z (rechts oben) länger erscheint als die lotrechte Distanz von (0,0) nach V, der kann im ad-hoc-Verfahren den Lorentzfaktor nutzen und den Überstand elimineren. Dabei gewinnt er jedoch keine Erkenntnis, er verbaut lediglich seine Möglichkeiten dazu.

Wo liegt nun der Analysefehler? Die Annahme, dass die beobachtbar lotrechte Linie kürzer sei als die diagonale, ist falsch! Die lotrecht erscheinende Linie ist niemals lotrecht gewesen. Der Beobachter wurde durch seine Bewegung erst in die Lage versetzt, eine lotrechte Linie zu beobachten.

Unabhängige Bewegungen, was folgt daraus?

Wenn die Relativität aus dem Kopf raus ist, kann man das Hauptproblem erkennen: Wie finden die beiden unabhängigen Bewegungen, der Lichtquelle und der Lichtwelle wieder zusammen? Lässt man eine Reflexion nach oben und nach vorne durchlaufen, hat man sofort die Bilder der Reflexionswinkel vor Augen, und einen Strahl. In einem Interferometer hat man immer ein Bild, nur nicht unbedingt ein stabiles Muster. Daher kann man Strahlen und Photonen als Ausbreitungsideen beiseite lassen. Man erhält den Kreuzungspunkt zweier Wellen, einen, der ein stabiles Muster zeigt und im stetigen Abstand zum Beobachter mitläuft.

Stabile Interferenzmuster, auf den Punkt?

Wie kann man einen Punkt finden, an dem ein stabiles Interferenzmuster zu beobachten ist? Dazu sucht man über die lotrechte Achse und über die waagrechte Achse die glMM-Formulaeiche Lichtstrecke (Vier-Kreis-Problem) unter der Nebenbedingung, dass man die Lichtquelle wieder treffen muss. Es zeigt sich eine einleuchtende Lösung, wenn man den Aberrationswinkel des Goerge Airy verdoppelt, also nicht etwa versucht, nur den Tangens zu verdoppeln, sondern den Winkel.

Doch nun scheint uns das relative Denken dazu zu bringen, den lotechten Lichtweg zu bezweifeln. Der in der Abbildung eingezeichnete Winkel des lotrechten Reflektors gegenüber der Waagrechten erscheint nicht passend, denn er ist keineswegs symmetrisch, wie die Reflexionsgesetze das vorgeben. Bei einer Drehung der Apparatur müsste er mitgedreht werden.

Light of shortest path AEB is too early

Light of shortest path AEB is too early

Ohne den aufgewinkelten Reflektor kann die Lichtwelle jedoch auch zurück reflektiert werden. Der Theorie von Christiaan Huygens zufolge stehen alle Pfade zur Verfügung. Es gibt keine Vorauswahl. Wir sind als relativ und linear denkende Menschen gewohnt, dass nur der symmetrische Fall eine gerichtete Reflexion (ohne Streuung) erlaubt. Wenn man in Lichtstrahlen denkt, was hier nichts bringt, könnte man zwei gleich lange Pfade angeben, nämlich ACB und ADB, die in Summe die größte Intensität liefern werden. Der Pfad der symmetrischen Reflexion AEB ist der kürzeste von allen möglichen Pfaden. Ist er auch der Richtige?

Jeder andere Pfad bzw. jede Kombination anderer Pfade wäre zum richtigen Zeitpunkt allerdings nicht am richtigen Ort. Wenn die notwendige Länge durch den Pfad ACB gegeben ist, wäre der entsprechende Pfad der symmetrischen Reflexion an y=y(C) deutlich zu kurz. Für den bewegten Empfänger heißt das: Er kann ihn nicht treffen. Der Empfänger kommt eine kurze Zeitspanne später an den Punkt, wo die Lichtwelle die x-Achse gekreuzt hat.

Dabei kann man sehr genau bestimmen, um welches Zeitintervall sie sich verfehlen werden. In Bezug auf die Wellendauer, macht es im Apparat des Albert Michelson von 1881 mit 11 Meter Armlänge 18% aus. Sie verfehlen sich also sehr knapp. Die Punkte auf der x-Achse, wo die beiden Wellen die x-Achse zuerst berühren, unterscheidet sich jedoch nicht so deutlich, eigentlich nicht messbar.

OriginOfLorentz2Alpha

Nimmt man anstelle des zweifachen Tangens den Tangens des doppelten Winkels, erhält man ein durch und durch passendes Ergebnis für alle Interferometer vom Typ Michelson. Das Ergebnis erscheint sogar recht einfach und naheliegend. Das gilt jedoch nur, wenn man bereit ist, das symmetrische Reflektieren beiseite zu lassen. Es stellt sich also die Frage, wie das dynamische Endergebnis aussieht. Eine Simulation muss her:

Der Punkt T zeigt die Position der bewegten Lichtquelle. Die blauen Linien zeigen die Einhüllende, welche die Grenze der Ausbreitung nach allen Reflexionen markiert. Die Einhüllenden kreuzen sich nach der horizontalen und vertikalen Reflexion im Punkt R. Nach Fermat’s Law nimmt Licht stets den kürzesten Pfad von seiner Quelle zum Ziel. Sobald ein Punkt auf der Einhüllenden das Ziel erreicht hat, ist also die kürzeste Lichtstrecke gefunden. Was ist jedoch, wenn das Ziel währenddessen verschoben wird?

Im Interferometer kann erstens nur gemessen werden, was sich als stabiles Muster zeigt und zweitens kann jeweils nur ein einziges Signal ausgewertet werden. Man kann auch den Beobachtungspunkt R wählen, so dass darin jeweils zwei Punkte der Einhüllenden (blaue bzw. graue Linie) exakt kreuzen. Dort hätte das Interferenzmuster die größte Intensität. Was passiert jedoch, wenn man den Michelson-Apparat dreht? Oder einfach nichts tut und die Erde samt Interferometer sich währenddessen drehen? Das Muster ginge verloren, weil der Kreuzungspunkt analog zu den diagonal eingezeichneten Linien verschoben würde. 

Was hat also der Experimentator eingestellt?

Um das Interferenzmuster gegenüber einer Drehung der Erde und gegenüber einer Drehung des Apparats stabil zu halten, muss der Punkt T beobachtet werden. Im Punkt T kreuzen sich nicht die allerersten Wellen (des Pierre de Fermat), sondern die gegen Drehung invarianten Wellen (des Albert Michelson). Der Experimentator hat also das Passende ausgewählt, weil nur das eine stabile Beobachtung ermöglichte.

Die mangelnde Fähigkeit zur Reflexion, zur Überprüfung des eigenen Handelns beim Experiment im Hinblick auf eine mögliche Selbstverfälschung, hat wahrscheinlich ein Desaster in den Naturwissenschaften nach sich gezogen.
Man darf diese Situation vergleichen mit einem Massen-Gentest, bei dem stets die gleiche DNA auftaucht, welche durch die Verunreinigung des Probenbestecks eingebracht wurde.

Das shortest path Problem ist ein Matroid, d.h., man kann das globale Optimum finden, indem man lokal immer das Optimum wählt. Führen zu einem Punkt zwei Pfade unterschiedlicher Länge, ist die Auswahl des kürzeren Pfades niemals verkehrt, aber nur dann, wenn alle Pfade zu diesem Punkt vollständig vermessen sind. Diese Vorgehensweise passt zu einem physikalischen System, das einem Zeitpfeil folgen muss, also nicht darauf warten kann, bis alle Alternativen ausgelotet sind.

Kein physikalisches System mit dem Zeitpfeil im Nacken könnte also den kürzesten Weg finden, indem es an jedem Reflektor alle lokalen Alternativen austestet. Es muss wesentlich einfacher funktionieren, z.B. mit Segmenten aller Schnittpunkte der Kreisfläche mit einer Geraden. Diese Annahme hat zur Konsequenz: Wenn wir eine symmetrische Reflexion erkennen, dann wird sie bezogen auf den aktuellen Standort (im Video Punkt C) symmetrisch aussehen, unter Beachtung des gesamten Pfades jedoch nicht. Das ergibt sich schon aus der begrenzten Geschwindigkeit der Lichtausbreitung.

Außerdem: Punkt C erhält nicht Bilder aus seiner Vergangenheit, sondern Rückmeldungen, die zu denken sind wie Fotos, die ihn selbst nicht zeigen. Er darf also glauben, dass er spukhaftes erkennen kann.

Wenn wir ein symmetrisches Bild als wahre Realität unterstellen, müssen aus logischen Gründen alle Aktionen, die das Bild erzeugt haben, vorher stattgefunden haben und damit asymmetrisch verlaufen sein.

Was nun?

Die Geschwindigkeit (c-v), die im Längsarm des Michelson-Apparats, also in Richtung +x, auf dem Hinweg auftritt, hatten wir stets als eine Rechengröße verstanden. Ebenso wie die Größe (c+v) für den Rückweg, immer beachtend, dass die Geschwindigkeit c die konstante Phasengeschwindigkeit ist. Logisch einwandfrei ist aber, wenn wir als mitgeführte Beobachter die Bewegung der Lichtquelle nicht erkennen können:

Die Geschwindigkeit (c-v) ist eine direkte Konsequenz der Wellenlänge, die auf (c-v) verkürzt ist, wenn die Lichtquelle ihren Lichtwellen hinterherläuft. Zwischen Lichtquelle und den Lichtwellen ergibt sich (c-v) auf dem Hinweg und (c+v) auf dem Rückweg. Hätte man eine Möglichkeit, Wellenlängen direkt und valide zu messen, könnte man aus dem Farbvergleich zwischen den Front- und Heckaufnahmen einer zentralen Lichtquelle auf die Geschwindigkeit des Fahrzeugs schließen. Die messbaren Wellenabstände variieren jedoch im Gegensatz zu den Frequenzen nicht in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit v.

Was ist die Folge davon, wenn relativ unterstellt wird, wo relativ nichts passiert?

Die Quantelung der Lichtabstrahlung könnte eine direkte Folge davon sein, dass die Lichtquelle kein Kontinuum mit ihren Lichtwellen bildet. Der messende Apparat, der unabhängig von der Lichtwelle bewegt ist, erhält scheinbar einzelne Impulse, weil zwischen dem Aussenden der Welle und seiner Folgewelle immer ein Raumabschnitt der Messung entzogen wird. Will jemand den Raum zwischen zwei Wellen gleichsetzen mit dem Raum zwischen der Strahlungsquelle und der ersten Welle, bei deren Abstrahlung, fehlt ihm ein winziger Teil, der jeweils durch der Bewegung der Lichtquelle verschattet wird.

Die Elektrodynamik wurde bis Einstein als Raumphysik (Felder als Eigenschaften des Raumes) beschrieben. Danach und ohne Unterbrechung ebenfalls, obwohl bereits mit der Abschaffung des Äthers, die im Jahr 1881 stattfand, alle Möglichkeiten für Raumphysik aufgehoben waren. Mit allerlei Tricks wurde versucht, die Rechenmodelle zu erhalten, sogar die Zeit wurde in den Raum verbracht, obwohl das aus logischen Gründen unmöglich ist. Was opfert man nicht alles, nur um die geliebte Vorstellung vom ruhenden Labortisch zu erhalten?

Ohne den Einsteinismus der Lichtausbreitung (das Wort „Relativität“ passt nicht) wäre das gesamte Theoriegebäude der Raumphysik umgekippt. Dem Raum wurden verschiedene Arten von Feldern zugeschrieben (magnetische und elektrische), welche als ursächlich  für die Erscheinungen der Elekronik angenommen wurden. Wenn der Labortisch bei fehlender Relativität des Lichts gedanklich einem Intercity weichen muss, der den Tisch abräumt und mitnimmt, würde die gesamte Menge der Raumeigenschaften (früher Äthereigenschaften), die man auf dem Labortisch patziert hat, ungeahnte Seiteneffekte hervorrufen. Schließlich weiß tatsächlich (oder vorgeblich) niemand, welche Geschwindigkeit der Labortisch dabei haben würde.

Die Rettung der Relativität durch Einstein war der Untergang der Physik, der klassischen. Sie wurde so dringend gebraucht, dass man bereit war, alle Grundsätze dafür zu opfern. Ob es die Kausalität, die strikte Monotonie der Zeit oder die Logik war: Man hat alles gegeben, um die Lufthoheit über die Vorhersagen wieder zu erlangen. Auch die Quantenhypothese aus dem Jahr 1900 kann den Anschein einer ad-hoc-Hypothese nicht verbergen. Das war der Einstieg in die Physik der Beschreibung. Tacitus hätte applaudiert.

Jeder, der den Ausgang eines neuartigen Experiments kennt, kann dem Drang unterliegen, eine Formel so hinzuschreiben, dass sie genau das Ergebnis bei dessen Wiederholung vorhersagt. Damit versetzt er sich selbst in den Zustand, des schon immer Wissens, obgleich er zuvor niemals über eine kausale Beziehung nachgedacht hatte. Dann kommt hinzu, dass auch Experimentatoren jede mögliche Störgröße, vom pflügenden Landwirt bis zu Ebbe und Flut, kennen müssen, um diese mitzumessen. Heute noch wird Fresnel’s drag factor experimentell als Zielgröße gesucht, wenn die Geschwindigkeitsadditon bei der Lichtausbreitung gemessen werden soll. Die Vertreter des Äther haben die Formel entwickelt, Fizeau und Michelson haben sie gemessen, Einstein konnte nicht widerstehen, heute wird sie als wahr angenommen.

Wenn man Physik treffend umschreiben wollte, wäre es die Menge aller Antworten auf alle neugierigen Fragen zu den Grundlagen der Natur: „Warum ist das so?“ Die heutige Antwort darauf lautet: „Kind, das weiß ich selbst nicht!“

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3 Gedanken zu “What if

  1. Das war Einstein’s Problem:

    Eine Ladung q fliegt mit der anfänglichen Geschwindigkeit v an einem geraden stromdurchflossenen, aber ladungsneutralen Leiter vorbei (siehe Bild). Der Strom im Leiter erzeugt ein Magnetfeld, welches die bewegte Ladung q durch die Lorentz-Kraft von ihrer gradlinigen Bewegung ablenkt.
    Führt man nun eine Galilei-Transformation in ein Inertialsystem durch, in der die Ladung ruht, so wirkt in diesem System keine Lorentz-Kraft auf die Ladung.
    Erklärt werden kann dieses scheinbare Paradoxon erst mit der Lorentz-Transformation, bei der sich die Länge des Leiters im Inertialsystem der Ladung verkürzt und der Leiter somit eine relative elektrische Ladung erhält, was zu einem elektrischen Feld führt.

    Erklären bedeutet in der Physik ab 1881: Ersetze den Namen des Problems.
    Gib dem Ding einen Namen, z.B. Creutzfeld-Jakob-Kontraktion, und schon ist es erledigt.
    Versuch doch einmal, deinen eigenen Kindern das zu erklären! Von der Schule spreche ich nicht, weil unsere Schüler schon längst aufgehört haben, Fragen zu stellen, die keiner beantworten kann.
    Die Physik ist heute nur in der Mathematik verständlich, obwohl sie keine einzige mathematische Frage beantwortet.

    Das Problem, das Einstein in seinem ersten Aufsatz mit dem Leiter und dem Magneten hatte, und am Ende seiner Ausführungen als gelöst glaubte, habe ich nie verstanden.

    Einstein glaubte vermutlich, dass er das Leiter-Ladungs-Problem dadurch gelöst hätte, dass er den Leiter schräg anguckt. Wer sich auf solch unterirdische Argumentationsplattformen begibt, wird kaum mehr davon weg kommen.
    Ohne die Annahme einer verbindlichen Argumentationsbasis, die unverrückbar ist, kann niemand etwas verständlich machen, kann auch niemand etwas beweisen. Wenn sich die Weltauffassungen von Ladung und Draht gegenseitig konträr vorkommen, wie kann eine Theorie ohne Auflösung mindestens einer Fehlannahme diese beiden Positionen vereinen? Diese Frage wird heute nicht mehr gestellt. Es werden heute fast gar keine Fragen gestellt. Die Kinder und die Jugendlichen haben ganz andere Interessen.
    Mit den Mitteln der menschlichen Logik kann man nicht zwei Streithähne, die sich gegenseitig falscher Weltanschauung bezichtigen, nicht versöhnen. Das wäre nur zu schön, wenn das möglich wäre.

    Da malt jemand ein komplett aphysikalisches Bild:
    Er verwendet Begriffe völlig falsch, z.B. Punktladung. Die kann es physikalisch nicht geben, nur abstrakt-mathematisch. Gäbe es Punktladungen, gäbe es auch Wärme ohne Kälte und Südpole ohne Nordpole usw. Solche Fragen sind inzwischen der Standard. Sie werden in der Schule jeden Tag zig-fach vorgetragen. Dabei hält es keiner der Fragenden für nötig, das zuvor Notwendige zu erlernen, nur um die Begriffsverwendung hinzubekommen. Was kann grundsätzlich laufen und was nicht. In der Natur läuft grundsätzlich nichts von alleine los.

    Die Ladung, die als ganz alleine angenommen wird, hat keinerlei Interaktion mit dem Kupferdraht, der als Leiter herhalten muss. Er fliegt an ihm vorbei. Zweites aphysikalisches Ding: Ohne Wechselwirkung kann es keine Wirkung geben. Obendrüber, also ohne jeden Sex, läuft gar nichts zwischen Draht und Ladung. Daraus kann also nix werden.

    Noch ein physikalisches Unding: „Stromdurchflossen, aber ladungsneutral“. Das ist äquivalent zu: „Völlig durchnässt, aber staubtrocken in den Ohren“.

    Niemand braucht sich heute über derlei saublöde Fragen im Unterricht zu wundern, denn den Kindern wurde irgendwann einmal genau das beigebracht, dass sie immer fragen dürfen, dass sie keinerlei Regeln zu beachten brauchen, wenn sie gedanklich arbeiten und, dass Konventionen nur hinderlich seien. Das haben sie sich gemerkt. Und Einstein ist ja schließlich unser Held. Der hat ja die richtigen Fragen gestellt.

    Wenn Hendrik Antoon angeblich für eine Punktladung ohne jede Wechselwirkung eine Lorentzkraft herausgehauen hat, dann hat er wohl etwas beschrieben, wie Vergil es tat. Gesehen hat er es nicht, aber gerechnet hat er es.

    Dass so eine Lorentz-Transformation ein anderes Wort ist für Lorentz-Kontraktion, wurde inzwischen erkannt, vermute ich. Dass jede Kontraktion eine endliche sein muss, leuchtet ein. Wenn der Leiter als Schwamm gedacht wird, den man nur auszuquetschen braucht, bis alle Ladungen raus sind, dann frage ich mich, warum ich für Strom bezahlen muss: Maschendraht, mach los und zerquetsche dich, damit ich Licht bekommen kann!

    Dass da jemand eine (nicht-uterale) Kontraktion benutzt, um an Energie heran zu kommen, ist den Leuten nicht aufgefallen. Dass fast alle Prinzipien des Fachs geopfert werden, bei dem Versuch, den Einstein zu verstehen, fällt den Leuten, die das Fach studieren, überhaupt nicht auf. So langsam wird klar, dass selbst die Geschichten vom schwarzen Loch keine Brüller mehr sind und die Energie aus dem Quanten-Vakuum mit Meerschaum nicht schmecken kann. Das theoretische Palaver ist schon lange nicht mehr logisch nachvollziehbar.

    Die logische Reproduktion wurde früher mit Verstehen gleichgesetzt, die eigenen Überlegungen wurden regelmäßig den Schülern abverlangt. Heute reproduzieren sie auch, jedoch auf höherem Niveau; sie lassen alle unnötigen Schritte des selbst Nachdenkens einfach weg.

    1. Ladungen kann man nur in einem Leiter verschieben, nicht außerhalb.
    2. Will man Ladungen verschieben, muss man das irgendwo und irgendwie induzieren.
    3. Jede Verschiebungsaktion hat eine Reaktion, sie muss darüber abgestützt werden.
    4. Jagt man Ladungen durch einen Leiter, der nicht fest gemacht ist, bewegt sich der Leiter in die Gegenrichtung.
    5. Jagt man Ladungen durch einen Leiter, der in der Ladungsgegenrichtung fest gemacht ist, bewegt sich der Leiter in die Querrichtung.

    Eine fliegende (also eine ursachen- und folgenfreie) Ladung ist ein anti-physikalisches Hirngespinst.
    Wer kann ernsthaft einem Geschwätz zuhören, das die Grundlagen des Fachgebiets nicht akzeptiert (oder nicht versteht).

    Die Effekte bewegter Ladung (am Beispiel von Druckwellen) kann jeder an seinem Gartenschlauchwagen beobachten, wenn das ruckartige Öffnen und Schließen des Sprühventils die aufgewickelte Rolle in Rotation versetzt.

    Unsere Schulen sind heute voll von Einsteins: Keiner glaubt, dass er zuerst lernen, dann verstehen müsse, um dann durch Fragen klären zu können, was ihm noch fehlt, zum Verstehen.
    Regeln werden nicht mehr beachtet, nicht einmal die Grundregeln, die das Verständnis des Fachs in seinen Fachbegriffen etablieren. Wohin das führt? Wenn Schreibregeln auch nicht mehr gelten, ist das simple: Man versteht sich einfach nicht mehr.

    Man darf versuchen zu verstehen, was die Quantenphysik über ihr eigenes Fach schreibt:

    Die Quantenmechanik unterscheidet sich nicht nur in ihrer mathematischen Struktur grundlegend von der klassischen Physik. Sie verwendet Begriffe und Konzepte, die sich der Anschaulichkeit entziehen und auch einigen Prinzipien widersprechen, die in der klassischen Physik als fundamental und selbstverständlich angesehen werden. Durch Anwendung von Korrespondenzregeln und Konzepten der Dekohärenztheorie können viele Gesetzmäßigkeiten der klassischen Physik, insbesondere die ganze klassische Mechanik, als Grenzfälle der Quantenmechanik beschrieben werden.

    Wenn der Widerspruch zum Programm gehört, kann

    1. entweder das Programm widersprüchlich sein
    2. oder der Widerspruch nicht als ein solcher erkannt worden sein oder
    3. der Widerspruch selbst das Programm sein.

    Da in der Quantenmechanik auch eine sinnvolle Aussage vorkommt, nämlich dass man mit der Relativitätstheorie nicht klar kommt, lässt sich nicht folgern, dass Widersprüche nicht erkannt werden können. So bleibt für mich nur eine logische Antwort: Die Quantenmechanik ist das Protestprogramm gegen die Relativitätstheorien.

  2. Die Antinomie an Einsteins Gedankengang ist diese:
    Wenn beide Beobachter äquivalente oder gleiche Resultate abliefern könnten, dann könnte man einen von ihnen frei auswählen und wegschicken.
    Wenn man einen von beiden herausnimmt, fallen jedoch sämtliche Folgerungen der Theorie weg.
    Die Kontraktions- und die Dilatationshypothesen gelten nur, wenn sie gegen den jeweils anderen gesetzt werden, für oder gegen sich selbst, gelten sie nicht.
    Also kann die behauptete Äquivalenz nicht gelten.
    Denn die Äquivalenz hat als Kern die Reflexivität x~x und die Komparativität: A~z und z~B => A~B.
    Man müsste also, um Einsteins These von der Äquivalenz der Beobachter bestätigen zu können,
    jeden zweiten Beobachter, durch den ersten ersetzen können, so dass gelten kann: ArB => ArA.
    Wenn Einsteins Denkschema
    ArB erfüllt,
    jedoch ArA nicht,
    kann es keine Folgerung geben
    ArB => BrA.
    Wenn also not(ArB=>BrA) gilt, kann r nicht die Eigenschaften
    der Reflexivität,
    der Komparativität,
    der Transitivität
    besitzen. Irgendeine dieser Eigenschaften wird aber notwendig, wenn Aquivalenz behauptet wird.

    Bezogen auf die konkreten Formeln der LT heißt das, dass man bei Äquivalenz eine Doppel-Blind-Berechnung durchführen müsste. Weder der A, noch der B, dürfen wissen, ob sie im ungestrichenen oder im gestrichenen Koordinatensystem ruhen. Spätestens in diesem Fall wird deutlich, was fehlende Komparativität ausmacht: Jeder kann dem anderen eine Kontraktion oder eine Dilation unterstellen, ohne Folgen und ohne den Anschein einer verursachenden Bedingung, und ohne den geringsten Anhaltspunkt für Evidenz.

    Ich vermute, den „Einstein-Verstehern“ ist das nicht bewust. Sie erleben zumindest unbewusst eine Gefangenen-Situation, wo zwei Halunken das Konvers-Gleiche vor Gericht vom Anderen behaupten und man keinem etwas Falsches nachweisen kann. So kann ich mir erklären, weshalb die im Ansatz paradoxe und im Ergebnis paradoxe Gedankenwelt des Einstein sich so lange halten konnte.

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